„Animal Crossing: Let’s go to the City“ ist bereits der dritte Ableger der tierischen Lebenssimulation in Europa. Die erste Version, seinerzeit für die N64 ist leider nur in Japan erschienen. Ob das neue Spiel genauso punkten kann wie der Vorgänger, zeigt euch dieser Test.
Ankunft in der Stadt, Hausfrage und Aushilfsjob
Jedes Mal das Gleiche. Ihr reist mit dem Bus in euer Domizil. Während der Fahrt trefft ihr auf eine Katze namens Olli, die euch mit Fragen durchlöchert. Diese Fragen bestimmen am Ende das Aussehen eures Charakters. Nach den Fragen kommt ihr endlich im Dorf an. Olli schickt euch zum Rathaus um euch vorzustellen. Im Rathaus trefft ihr auf eine Pelikan-Dame namens Pelly, die euch einweist. Es stehen vier Häuser zur Verfügung, ihr dürft euch eins aussuchen. Nachdem ihr euer Traumhaus betreten und wieder verlassen habt, erscheint ein Waschbär namens Tom Nook, dem das Haus gehört. Da ihr nicht genügend Geld habt, macht er euch das Angebot, das Haus in Raten abzubezahlen. Des Weiteren müsst ihr bei ihm im Laden als Aushilfe arbeiten. Dabei lernt ihr die Stadt ein wenig kennen. Die Aushilfsjobs sind leider genauso aufgebaut wie im Vorgänger, da hätte ein wenig Abwechslung sein können. Bislang haben wir eine 1:1-Portierung von „Animal Crossing: Wild World“.
Die Frage nach dem Sinn des Lebens
„Animal Crossing: Let’s go to the City” ist ein Open-World-Spiel, das bedeutet, dass ihr in einer freibegehbaren Stadt wohnt und es eigentlich keine richtige Storyline gibt. Des Weiteren ist das Spiel eine Echtzeitsimulation, das bedeutet wenn eine Minute im richtigen Leben vergeht, vergeht auch eine Minute im Spiel. Nun die Frage, was ist der Sinn des „Simulations-Lebens“? Wenn ich in die Stadt ginge und fragte, was der Sinn des Lebens sei, erhielte ich bestimmt zu 95% die Antwort „Keine Ahnung“. Das ist in „Animal Crossing“ anders. Tom Nook bietet Werkzeuge wie z.B. Angeln und Kescher an. Geht nun auf die Jagd und fangt Tiere. Diese könnt ihr entweder an ein Museum im Dorf spenden oder bei Tom Nook verkaufen. Solltet ihr euch für letzteres entscheiden, könnt ihr mit dem Geld entweder euren Kredit abbezahlen oder neue Kleidungsstücke für euch und neue Möbel für euer Haus kaufen. Neu im Spiel ist eine Großstadt. In ihr gibt es mehrere Geschäfte. Diese führen Leute, die damals alle paar Monate mal zu euch ins Dorf kamen. Das bedeutet, dass ihr nun jeden Tag bei diesen Leuten einkaufen könnt (Einzelheiten im Audio-Beitrag). Außerdem gibt es Turniere in der Stadt. Diese finden ca. einmal im Monat statt. Es gibt ein Angler- und ein Käfer-Turnier. Wer das dickste Insekt oder den längsten Fisch bringt, gewinnt und erhält am folgenden Tag einen Pokal zugeschickt. Der momentane Stand ist eine 0,9:1-Portierung vom Vorgänger, da die große Stadt Abwechslung bringt, dafür leider der Rest komplett dem Vorgänger ähnelt.
Grafik und Musik top, Online-Modus solala
Die Grafik ist im gewohnten Animal-Crossing-Stil. Das bedeutet zwar, dass das Aussehen des Spiels von Next-Gen weit entfernt ist, dafür wäre der Flair des Spiels dahin, sobald die Grafik auf das heutige Zeitalter angepasst würde. Die Musik des Spiel ist auch wieder gut, sehr gut wäre sie, wenn es andere Musikstücke als im Vorgänger gäbe. Jede Stunde wechselt der Soundtrack, das bedeutet 24 verschieden Stücke den Tag. Nehmen wir an in der DS-Version kam zwischen 15 Uhr und 16 Uhr der Sound „Tralala“, so kommt genau der gleiche zur gleichen Uhrzeit in der Wii-Version. Schade! Ein weiterer schöner Punkt ist die Steuerung. Ihr könnt, wenn ihr gerade keinen Nuchuk zur hand habt, komplett ohne den Reemote-Zusatz spielen. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber lieber mit eine schwereren Steuerung spielen als gar nicht. Mit dem Nunchuk funktioniert die Steuerung fehlerfrei. Auch gefiel mir die Möglichkeit, In-Game-Fotos zu schießen, diese auf einer SD-Card zu speichern und anschließend am PC zu bearbeiten sehr gut. Ein Manko, aber auch ein Plus des Spiels ist der Online-Modus, der sich aus einen blöden Grund nicht testen ließ. Man braucht Freunde, die das Spiel auch haben, um Online spielen zu können. Wer keinen mit diesem Spiel hat oder fremden Leuten im Internet nicht seinen Freundescode anvertrauen möchte, steht dumm da, da er das Spiel dann nicht online spielen kann. Schöner wäre es gewesen sich auch mal mit ganz unbekannten Leuten zu treffen. Zwar bietet das Spiel schöne Verbindungsmöglichkeiten und Aktionen wie z.B. das direkte Verschicken von Briefen in fremde Städte, das nützt einem aber nichts, wenn man nicht Online spielen kann. Ansonsten sehr schön.
Meinung
Ich bin fasziniert, aber auch fast vor dem Bildschirm eingeschlafen. Die Online-Funktionen machen heiß, kühlen mich aber doch ab, wenn ich daran denke, dass ich nicht online spielen kann. So ist Animal Crossing für mich – gegensätzlich. Wieder ein sehr schönes und liebevolles Spiel geworden, keine Frage, dafür halt 0,9:1 von der DS-Version portiert. Lediglich die Großstadt tröstet. Wer bislang nur die Gamecube-Version besitzt, kann sofort zuschlagen, zwischen den beiden Versionen liegen Welten. Wer aber bereits die DS-Version besitzt, sollte sich den Kauf wirklich überlegen. Fans der Serie können aber trotzdem zuschlagen. Eigentlich hätte sich das Spiel eine bessere Wertung verdient, durch den in einer Weise verkorksten Online-Modus (war in der DS-Version übrigens nicht anders) und den wenigen Neuerungen gibt es aber eine Abstufung.