Mit Mario Galaxy 2 erschien bereits ein zweiter Mario-Titel auf der Wii
innerhalb von einem halben Jahr. Bereits gegen Ende 2009 veröffentlichte
Nintendo New Super Mario Bros. (siehe bei uns im Test). Doch eher
überraschend war die Ankündigung des Titels auf der letztjährigen E3,
denn bislang gab es das noch nie, dass der japanische
Traditionshersteller eine Fortsetzung von einem Mario-Franchise auf
einer Konsole herausgebracht hat. Doch der erste Teil Galaxys war ein
wahrer Prachtitel. Hätte Nintendo am Besten an der Stelle aufgehört, wo
es am Schönsten war?
Diese Frage beantworte ich direkt selber
einmal mit einem „Nein“, denn schon beim Öffnen der Verpackung gerät man
ins Schwärmen. Erstmals überhaupt bei einem Nintendo-Titel liegt diesem
eine DVD „für Anfänger“ bei, welche die Steuerung und den Spielablauf
erklärt. Diese geht ungefähr 20 Minuten, im Anschluss ist man aber eine
Nummer schlauer und kann ohne Angst den Weltraum betreten – doch halt,
bevor ihr in den Weltraum startet, seid ihr noch im Pilzkönigreich, wo
die fiese Kröte Bowser mal wieder die Prinzessin entführt. Auf dem Weg
zum Schloss erfahrt ihr, dass das einmal in 100 Jahren stattfindende
Sternenfest gerade am Laufen ist. Hierbei fallen so genannte
Sternenteile vom Himmel, die ihr euch mit der Reemote aufsammeln könnt –
doch der Zweck hiervon wird im Spielverlauf noch erklärt. Außerdem
findet ihr einen kleinen Stern, der es euch später ermöglicht, im
Weltall umher zu fliegen, um den Schurken Bowser wieder einzufangen.
Doch dieser möchte in das Zentrum der Galaxy – und hier müsst ihr
erstmal hin!
Auf der Reise durch das Universum werdet ihr
zahlreiche Abenteuer erleben. So gibt es hügelige Planeten, Planeten mit
Bergen, aber auch grüne und blaue Welten, in denen ihr euch austoben
könnt. Ingesamt besteht das Spiel aus den verschiedensten Galaxien, in
denen ihr eine oder mehr Missionen erfüllen müsst. Als Belohnung für ein
abgeschlossenes Level gibt es einen Stern, mit dem ihr den Motor eures
„Hausplaneten“ verstärkt. Diese Sterne kennt man bereits von Super Mario
64. Habt ihr eine gewisse Anzahl hiervon gesammelt, ist der Hausplanet
in der Lage, eine nächste Galaxie anzusteuern, in der es darum geht,
weitere Sterne zu sammeln, um noch weiter vorzudringen.
Wie man
es bereits aus den Vorgängern (Sunshine, Galaxy 1) kennt, gibt es ab und
an Geschicklichkeitslevel, an deren Ende ein Stern auf euch wartet. In
diesen Levels wird wie gewohnt euer Geschick, eure Schnelligkeit und
eure Geduld auf die Probe gestellt. Ab und an, wenn man bereits sein 25.
Leben verloren hat, macht sich vielleicht auch mal der Frust bemerkbar,
welchen man nicht dem Spiel anlasten kann, da dies einfach nur gut
gelöst ist.
Um an diese Bonuslevel zu kommen, müsst ihr Sterne
füttern. Diese findet ihr in der Galaxie und werden mit auf das Hausboot
genommen. Habt ihr diese angesprochen, wollen sie eine bestimmte Menge
an Sternenteilen zum Mampfen haben. Gebt ihr diese dann ab, so schaltet
sich dieses Level frei. Sternenteile könnt ihr in jedem Level finden.
Habt ihr euch dann den Stern erkämpft, werden diese Teile auf dem
Hausboot gespeichert und ihr könnt diese später für die kleinen,
verfressenen Sterne benutzen.
In manchen Leveln warten Endgegner
auf euch. Dieses kann eine kleine Mutant-Tyrannia sein, die ihr mit
Stampfattacken ausknocken müsst oder eine elektrische Lakito-Wolke, die
ihr mit Hilfe Yoshis mit Stachelpanzern abwerfen müsst. Gerade an
Innovativität mangelt es dem Titel nicht. So könnt ihr z.B. auf Yoshi
reiten. Manche Aufgaben sind nur dank seiner Hilfe lösbar. Außerdem
wurde der Schwierigkeitsgrad perfekt angepasst. Während man im ersten
Teil Galaxys den Komplexitivitätsgrad viel zu niedrig ansetzte, ist
dieser nun optimal angepasst. Für die, denen das Spiel später zu
kompliziert wird, haben die Entwickler eine kleine Hilfe eingebaut, denn
so kann man sich auf Wunsch in den späteren Levels den Weg zum Stern
anzeigen lassen, sodass das Auffinden von diesem um ein Vielfaches
leichter wird. Dafür verwandelt sich dieser dann von einem Gold-Stern in
einen Bronze-Stern, sodass dieser dann nicht mehr so viel wert ist.
Dafür kann man dann später das Level ohne Hilfe wiederholen und hat dann
doch nochmal die Chance, an seinen Stern in einem goldenen Farbton
heranzukommen.
Auch einen Multiplayer gibt es in diesem Spiel wieder,
nur ist dieser nur als halber Multiplayer anzusehen, denn der erste
Spieler steuert Mario, während der Benutzer des zweiten Reemotes
lediglich die Fernbedienung benutzt, um dem Hauptspieler beim Sammeln
von Sternenteilen zu helfen. Nett wäre es vielleicht gewesen, die
Galaxien zu Zweit bereisen zu können, doch auch so ist es ein sehr
gelungener Titel.
Technisch ist das Spiel eine wahre Pracht.
Grafisch lässt es sich in einem 60 Herz-Modus, auf Wunsch aber auch in
50 Herz darstellen. Auch bei letzterem ist die Grafik ein wahres
Wunderwerk. Doch gerade auch einem Plasma-Flachbildschirm mit einer
Einstellung auf 60 erlangt das Spiel die beste Grafik. Auch die
Steuerung ist relativ gut gelungen, allerdings ist die Steuerung in den
Geschicklichkeitsleveln, die ab und an durch Bewegung gesteuert wird,
scheint ein wenig unvollkommen. So führt Mario die gewählten Aktionen
nur zeitverzögert aus – und so kommt es, dass Mario schon in die Tiefe
gestürzt ist, bevor die beabsichtigte Aktion ausgeführt wurde. Das führt
ab und an zu (viel) Frust, besonders wenn man kurz vor dem Erreichen
des Sternes steht. Auch kameratechnisch hätte ich mir ein klein wenig
mehr erwartet, auch wenn die Einstellungen durchweg realistisch
getroffen wurden. Durch die manchmal störende Overhead-Ansicht, gibt es
zahlreiche Anläufe, bis man es endlich mal schafft, dem Gegner auf den
Kopf zu springen. Hat man nur noch einen Lebenspunkt, kann dies dann
schon mal ein Leben kosten, was durchaus in manchen schwierigen Levels
ein klein wenig blöd ist. Dies sind zwar nur sehr kleine Mängel in einem
ansonsten nahezu perfekten Spiel, allerdings sind mir diese Mängel
schon 2007 in Galaxy 1 aufgefallen. Musikalisch ist es dafür mal wieder
ein Meisterwerk geworden, nur die klassische Musik, die man aus
(S)NES-Zeiten kennt, fehlt irgendwie, doch diese muss bei diesem
weltklasse Sound nicht mit von der Partie sein, weil die an den Weltraum
angepasst Musik einfach auch gut auf unsere Erde passt.