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Renê Leitner für GameFeature.de
Die Geschichte von Red Faction: Guerrilla spielt 50 Jahre nach den
ersten Auseinandersetzungen auf dem Mars. Der Spieler schlüpft in die
Rolle eines Arbeiters, der sich nach kurzer Zeit schon als
Widerstandskämpfers der wiedervereinigten Red Faction Bewegung wieder
findet. Die Red Faction befindet sich im Freiheitskampf mit der Earth
Defense Force (EDF), welche sich vom einstigen Befreier zum
Unterdrücker gewandelt hat. Auf einer frei begehbaren Marsoberfläche
nutzt der Spieler die physikalisch korrekt zerstörbare Umgebung um
seine Feinde in actiongeladenen Guerrillagefechten zu bezwingen.
Der
3. Teil der Red Faction Reihe ist diesmal aber kein Egoshooter, sondern
wird in 3rd Person gespielt. Die damals revolutionäre GeoMod-Engine,
mit welcher man sich z.B. durch Gesteinsformationen schießen konnte,
und eine interessante Geschichte, machten vor allem den ersten Teil zu
einem der Klassiker unter den 1st Person Shootern. Für Red Faction
Guerrilla hat man allerdings einiges geändert. Neben dem Ändern der
Ansicht hat man nun auch eine offene Spielwelt mit insgesamt 9
verschiedenen Arealen auf einer frei begehbaren Marsoberfläche. Jedes
Areal ist optisch anders.
Einmal sieht alles nach einer
Postapokalyptischen Umgebung aus, dann wieder glaubt man sich in einem
amerikanischen Vorort zu befinden. Leider wirken trotz der Unterschiede
die Orte oft lieblos und größtenteils bewegt man sich wahrlich in der
Einöde. Allerdings ist die Hintergrundmusik wirklich stimmig und
versetzt einen direkt in das Geschehen. Leider ist die Geschichte dazu
sehr lieblos erzählt. Zwar vorhanden, aber leider verschwindend bekommt
man zwischen den Missionen immer kleine Updates, aber wirklich
mitfühlen konnte ich mit dem Helden nicht.
 In der offenen Welt
entscheidet der Spieler selbst wo, wann und wie er zuschlagen will. Wie
bei Sandbox-Spielen typisch, hat man die Möglichkeit die Hauptmissionen
durchzuspielen, aber auch alternative Missionen zu erledigen. Diese
alternativen Guerrillaeinsätze schwächen die Stärke der EDF und heben
die Motivation der Bevölkerung sich gegen diese zur Wehr zu setzen. Je
höher die Motivation, desto schneller schließen sich Personen dem Kampf
an und helfen dem Helden im Kampf. Die KI der Kollegen lässt aber zu
Wünschen übrig. Zwar lenken sie die Gegner ab und verschaffen dem
Spieler etwas Zeit, aber eine richtige Unterstützung sind sie nicht. Zu
ungenau schießen die Kollegen mit ihren Waffen, und zu oft laufen sie
in Sprengstofffallen die man gelegt hat. Und hier folgt auch schon das
riesige Plus von Red Faction: Guerrilla.
 Dank einer großen
Auswahl an Waffen, Sprengstoffen und Fahrzeugen und der schnell
erlernbaren und gut funktionierenden Steuerung hat man sehr viele
Möglichkeiten die Physikengine auszunutzen. Jedes, wirklich jedes
Gebäude und Fahrzeug kann zerstört werden. Die Gebäude weisen
unterschiedlichste Werkstoffe auf, wobei sich jeder anders verhält. So
lassen sich natürlich Gebäude aus Holz mit einem normalen Fahrzeug
leicht zu einem Bretterhaufen umfahren, wo hingegen Gebäude mit
Stahlprofilen schon nach härteren Mitteln verlangen. Alle einzelnen
Strukturen verhalten sich natürlich. Stahl fällt nach einer Explosion
mit mehr Wucht um als z.B. ein Holzbalken und bei Betonwänden muss man
mit seinem Vorschlaghammer öfter zuschlagen um die Armierung
mitzuzerstören. Leider treten hier ab und zu Fehler in der Engine auf.
Außerdem gibt es oft Gebäude wo man sich wegen des extremen
Schwerpunktes und der zu 80% nicht mehr vorhanden Grundpfeiler fragt,
wieso es überhaupt noch steht. Aber vielleicht spielt hier ja die
Marsphysik und dessen Schwerkraft eine Rolle.
 Wie bei anderen
Spielen dieses Genres kann man auch hier jedes Fahrzeug, und davon gibt
es sehr viele verschiedene, benutzen. Ob Buggy, LKW, Taxi oder Panzer.
Alles lässt sich im Kampf gegen die EDF zum eigenen Nutzen einsetzen.
In bestimmten Missionen kann man sogar mit Mechs gegen die Widersacher
antreten. Ebenso gilt es Geiseln zu befreien und Fahrzeuge mit
Informationen zu stehlen. Als besonderes Schmankerl gibt es auch
Missionen in denen man in einer gewissen Zeit Gebäude zum Einsturz
bringen muss. Diese kann man immer wieder spielen um seine Punkte zu
verbessern. Normale Gebäude in der Spielwelt bleiben allerdings
zerstört und hinterlassen so genannten Barschrott mit welchem man seine
Waffen verbessern kann oder neue einkauft. Gebäude werden dann vom
Spiel aber wieder aufgestellt, wenn sie für eine Spielentscheidende
Mission gebraucht werden. Das hätte man sicher auch anders lösen
können, denn es ist schon eigenartig wenn man eine EDF Basis in Schutt
und Asche legt, und 2 Minuten später ist sie wegen einer Mission wieder
voll funktionstüchtig.
 Auch an einen Multiplayer wurde gedacht.
Mit Deathmatch, Teamdeathmatch, King of the Hill, Belagerung,
Zerstörung und Schadenskontrolle können sich bis zu 16 Spieler
miteinander messen. Das bringt dem Spieler nach dem Singleplayer nicht
nur zusätzliche PS3 Trophies ein sondern macht auch viel Spaß. Bei den
Spielen die ich gespielt habe lief alles völlig flüssig, selbst bei 16
Spielern und einigen richtig fetten Explosionen die gleichzeitig
stattfanden.
Red Faction: Guerilla ist ein wirklich tolles
Actionspiel, welches leider in einigen Punkten nicht so stark
abschneidet wie es eigentlich könnte. Die leider lieblos erzählte
Geschichte an sich birgt so gut wie keine Motivation. Diese wird vor
allem durch die wirklich beeindruckende Physikengine, die einzelnen
Missionsvarianten und die Variationsmöglichkeiten diese zu erledigen
erzielt. Action und SciFi Fans werden aber sicher auf ihre Kosten
kommen und mit dem Spiel lange Zeit an ihre Konsole gefesselt sein.
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