Hier kommt der Champion! Die mit Spannung erwartete Fortsetzung Fight
Night Round 4, der von den Kritikern gefeierten Spielereihe, hat jeden
Jab, jede Ausweichbewegung und jeden Schlag des Boxsports verbessert um
das bisher realistischste Kampferlebnis zu bieten. Was am Anfang am
besten gefällt ist die Grafik. Noch nie sahen Boxer so detailliert aus,
und noch nie waren deren Bewegungen so flüssig dargestellt. Jeder der
bekannten Kämpfer ist sofort erkennbar. Nicht nur durch ihr Äußeres,
sondern auch durch Ihren einzigartigen Kampfstil. So setzt Muhammad Ali
seine gefürchteten Jabs ein, während Mike Tyson vor allem durch seine
harten Punches punktet. Sogar die Bewegungen wurden individuell
angepasst. Von Ali bis zu Marvelous Marvin Hagler agiert jeder der
Champions einzigartig. Die Liste der Champs reicht von den Klassikern
die jeder kennt bis zu den modernen Boxern. Fight Night Round 4 bietet
das charakteristische Aussehen und die individuellen Bewegungen von
über 45 Boxern aus allen offiziellen Gewichtklassen. Leider muss man
allerdings z.B. auf Evander Holyfield und auch die Klitschko-Brüder
verzichten. Das ist schade, lies sich aber wahrscheinlich wegen
Lizenzgründen nicht ändern. Ebenfalls gibt es keine weiblichen Boxer.
Möglicherweise weil man davon ausgeht, das dieses Spiel vor allem die
männlichen Fans anspricht.
Neben den Singleplayer-Schnellkämpfen
gibt es natürlich auch einen Karrieremodus. Selbstverständlich kann man
auch seinen eigenen Boxer zusammenstellen, dem man via Eye-Toy sogar
das eigene Gesicht aufsetzen kann. Natürlich beginnt man als Amateur um
seinen Weg in den Boxolymp zu schaffen. Vor jedem Kampf kann man
trainieren um so seine Werte wie z.B. Schlagkraft, Ausdauer und
Beinarbeit zu verbessern. Hierbei ist es unbedingt notwendig nicht nur
einzelne Bereiche zu trainieren, da mit jedem Training nicht nur
Verbesserungen, sondern auch Verschlechterungen in anderen Bereichen
eintreten. Ein ausgeglichenes Training ist also wie in der Realität die
beste Möglichkeit den Boxer aufzuwerten. Man kann die eigene
Beliebtheit durch faires boxen erhöhen und arbeitet natürlich stets
daran als Champion über allen anderen zu thronen und die Karriere als
einer der größten Boxer aller Zeiten zu beenden.
Um eine
Sportart wie Boxen gut zu simulieren ist eine gute Steuerung von Nöten.
Gott sei Dank ist Fight Night Round 4 kein Button-Smasher Spiel. Mit
dem linken Analogstick bewegt man den Boxer und mit dem rechten schlägt
man zu. Erinnert hat mich das ganze etwas an Skate 2. Je nachdem wie
man den rechten Stick bewegt, führt der Boxer die unterschiedlichsten
Schlagvarianten durch. So wichtig wie in noch keinem anderen Boxspiel
sind die Deckung und das Ausweichen. Man ist gezwungen zwischen Blocks,
Sidesteps und Ausweichbewegungen zu variieren. Wenn man immer nur die
Deckung hochnimmt kommen die Schläge des Gegners irgendwann durch, da
man auch beim Blocken nur einen gewissen Punkteanteil hat, der mit
jedem Schlag in die Deckung sinkt. Während dem Kämpfen werden auch
Punkte verteilt die man in der Pause nutzen kann. So gibt es Punkte für
die Prozentrate der getroffenen Schläge, wenn man jemanden benommen
schlägt, oder wenn man selbst auf den Boden geschickt wird und wieder
aufsteht. Diese Punkte helfen in der Pause den Boxer wieder zu
regenerieren. Wenn man dann selbst einmal zu Boden geht, muss man mit
dem linken Analogstick wieder einen „klaren Blick“ bekommen und mit dem
rechten Stick im richtigen Moment wieder aufstehen. Das ist leider ab
und zu recht unfair gehalten. Wenn man aber nicht nur auf den Gegner
eindrischt sondern taktisch Kämpft kann man K.O.s gut aus dem Weg
tänzeln.
Wie bei den meisten Sportspielen von EA ist auch Fight
Night Round 4 wieder gespickt mit jeder Menge Statistiken und
zahlreichen Sportstätten. Vom MGM Grand Hotel bis London sind viele
bekannte Arenen verfügbar. Diese sind sehr schön gestaltet, doch leider
wirken die Zuschauer und der gesamte Hintergrund während des Kampfes
oft verschwommen. Auch die Stimmung in der Arena kommt nicht wirklich
gut rüber. Da ist man von den TV-Übertragungen anderes gewohnt. Leider
gibt es auch nur einen englischen Kommentar, und der wiederholt sich
sehr oft. Dafür ist es aber möglich eigene Videos zu erstellen. Es gibt
auch reichlich Extras (z.B. neue Bekleidung) Freizuspielen, und die
beliebten PS3-Trophies sind natürlich ebenfalls vertreten. Außerdem
kann man in der Community Boxer tauschen und natürlich auch Online
gegeneinander antreten.
Online Fight Night Round 4 zu spielen
macht eine Menge Spaß und sei jedem empfohlen. Mir kommt zwar vor als
ob für den Onlinemodus das Spieltempo ein wenig gedrosselt wurde, aber
das fällt während der spannungsgeladenen Fights nicht wirklich auf.
Denn auch hier gibt es Ranglisten und man kann zum Besten der Welt
aufsteigen. Durch gewonnene Kämpfe gegen einen höher platzierten
Mitspieler steigt man natürlich in der Rangliste auf.
Selbstverständlich ist dieser Weg nicht einfach und man ist oft
frustriert, da man oft das Gefühl hat gegen eine Betonwand zu schlagen
und selbst nur Schläge einzustecken. Aber wenn man der beste
Onlineboxer der Welt werden will muss man durch eine harte Schule
wandern. Wie man allerdings die PS3-Trophies für den Onlineweltmeister
ergattern soll um damit auch die Platintrophäe für das Spiel abzuräumen
ist mir ein Rätsel. Nichts desto trotz steige ich immer wieder in den
Ring um mich mit anderen zu messen. Und selbst wenn ich mächtig eine
auf die Glocke bekomme macht es immer wieder einen riesigen Spaß gegen
andere Leute zu kämpfen. Vor allem da manche Selbstkreierten Boxer
wirklich absolut grandios und abgedreht aussehen.
Zusammenfassend
sei zu erwähnen, das Fight Night Round 4 das zurzeit wohl beste
Kampfspiel auf der PS3 darstellt. Natürlich gibt es auch hier einiges
zu verbessern und manches das man noch hinzufügen könnte, aber unterm
Strich lieferte EA-Canada ein wirkliches Highlight ab. Fans von
Kampfspielen im Allgemeinen sollten zumindest Probespielen, und Boxfans
sollten unbedingt zugreifen, denn besser wurde dieser Sport noch nie in
einem Videospiel umgesetzt.