René Leitner, Sebastian Mersch und Christopher Dawson für GameFeature.de
Am 10. November ging es endlich in die zweite Runde: Infinity Ward’s
Call of Duty: Modern Warfare 2 schlug auf. Die mit Spannung erwartete
Fortsetzung des meist verkauften Ego-Shooter aller Zeiten treibt den
Adrenalinpegel noch höher als sein Vorgänger. Die Spieler sehen sich
einer neuen Bedrohung ausgesetzt, welche die Welt ins Chaos zu stürzen
droht. Anschnallen wird empfohlen. Eines der vielen Highlights von Call
of Duty: Modern Warfare 2 ist der Soundtrack. Der legendäre Hans
Zimmer, Academy Award-, Golden Globe- und Grammy-Preisträger, war für
diesen federführend verantwortlich.
Der Titel knüpft direkt an
den Plot des Blockbusters Call of Duty 4: Modern Warfare an, der
weltweit bleibenden Eindruck hinterließ. Das Spiel konnte 14 Millionen
verkaufte Exemplare aufweisen, ist das am häufigsten gespielte
Online-Videospiel aller Zeiten (Guinness World Records 2009) und
erhielt mehr als 50 Auszeichnungen zum Spiel des Jahres, darunter
Console Game of the Year und Overall Game of the Year 2007 der Academy
of Interactive Arts & Science. Leider ist aber die Story des
Singleplayers im zweiten Teil nicht wirklich toll erzählt und durch das
herumswitchen zwischen verschiedensten Charakteren auch sehr
unübersichtlich. Das ganze ist auch noch sehr kurz gehalten und nach
ca. 4-5 Stunden auch schon durchgespielt. Die Geschichte bekommt man
eigentlich nur während der Ladezeiten vorgesetzt. Innovation sieht bei
einem Nachfolger definitiv anders aus.
Dafür gibt es aber einen
neuen Zweispieler-Modus, der sich entweder online oder im Splitscreen
spielen lässt, und ganz neue Spielerfahrungen bietet. Die Spieler
können Spezialeinsätze in zeitbasierenden Missionen spielen und im Rang
aufsteigen und damit schaltet man neue und schwierigere Missionen frei.
Die Einsätze beinhalten Highlights der Solo-Kampagne, Fan-Favoriten aus
Call of Duty 4 und vollkommen neue, exklusive Einsätze.
Modern
Warfare 2 legt aber die Messlatte für Online-Multiplayer- Erfahrungen
noch höher und bietet neue Fähigkeiten, Anpassungsmöglichkeiten und
Modi, z. B. anpassungsfähige Killstreaks (AC130, Sentry Gun,
Ferngesteuerte Drohnen, Versorgungspakete), Auszeichnungen
(Einsatzreporte) und Create-a-Class beinhaltet ergänzende Waffen,
Maschinenpistolen, Schrotflinten, Handfeuerwaffen, Raketenwerfer,
Taktische Einsatzschilder, Equipment, Wurfmesser, Energieschilder,
Taktische Landungen, Perk-Upgrades und Bling (zweifache
Ausrüstungsoption). Wer auf einen Serverbrowser gehofft hatte wird
allerdings enttäuscht, denn der ist nicht integriert.
Grafisch
gibt es an Modern Warfare 2 nichts zu bemängeln. Selbst bei
übertriebenstem Feindaufkommen und einer Vielzahl an Explosionen läuft
alles sehr flüssig. Grafikfehler sind mir keine untergekommen und auch
die Ladezeiten halten sich in Grenzen. Vor allem wenn man bedenkt dass
Modern Warfare 2 so gut wie keine Daten auf der Festplatte installiert.
Auch die KI der Gegner und Teamkameraden ist gut gelöst worden.
Abgesehen vom schon erwähnten Soundtrack ist auch die Geräuschkulisse
gut umgesetzt und lässt wie die Grafik keine Wünsche unerfüllt. Für
mich ist natürlich auch immer die Steuerung wichtig. Diese ist einfach
zu lernen und durch verschiedene Einstellungsvarianten sehr gut
anzupassen. So sollte eine gute Steuerung für einen Egoshooter auf der
Konsole aussehen.
Wer sich auf stundenlange Action und
eine tolle Geschichte im Singleplayer gefreut hat wird sicher
enttäuscht sein. Dafür ist die Geschichte zu schlecht erzählt, zu
unübersichtlich und alles ganz einfach zu kurz und zu linear. Dafür
weiß der Multiplayer zu überzeugen. Dieser bietet so viele gute
Möglichkeiten um Euch monatelange Feuergefechte mit Euren Freunden zu
garantieren. Wer also lieber im Singleplayer spielt sollte sich auf
eine gute, aber sehr kurze Einsatzzeit im Dienste der Spezialeinheit
einstellen. Für Multiplayer-Fans ist Modern Warfare 2 meiner Meinung
nach derzeit die beste Wahl am Konsolenmarkt.