Alle zwei Jahre findet das größte sportliche Event der Welt statt – eine
Olympiade. Während 2008 in China die olympischen Sommerspiele
stattfanden, liegt es nun an Kanada, die Winterspiele zu beginnen. Hier
gibt es spannende Biathlon-, Langlauf- oder Kombinationsduelle. Doch
weit gefehlt – wir berichten, wie ein Lizenztitel am Ende nur ein
gefühltes „Olympia“ als Lizenz trägt.
Im Hauptmenü angekommen,
spürt der Spieler noch nichts von dem Frust, der ihn später überfahren
wird, denn ein Trainingsmodus, ein olympischer Modus und ein
Herausforderungsmodus mit verschiedenen Missionen sehen richtig viel
versprechend aus, zumal ihr in diesen Missionen zum Teil auch nicht auf
Zeit fahren müsst, sondern ihr es euch zum Ziel macht, bestimmte
Geschwindigkeiten zu erreichen.
Zudem ist der Trainingsmodus sehr
ordentlich, denn in ihm wird einem die Steuerung wunderbar vermittelt
und nach ein wenig anfänglicher Steuerungsschwierigkeit sollte man nach
einer halben Stunden und ein wenig Experimentieren die richtige
Wachseinstellung für die Skier oder die richtigen Schlittschuhe gefunden
haben. Da in ähnlichen Sportarten auch die Steuerung ähnlich ist, kann
man hierüber nicht meckern, aber ein gutes Tutorial gab es bislang in
den meisten Olympia-Titeln.
Außerdem gibt es einen Online-Modus mit
einer Echzeitrangliste. So habt ihr immer euren aktuellen Stand vor
Augen. Bislang vorbildlich, aber wenn wir nun zum olympischen Modus
kommen, ist die Freude schnell verflogen. Denn hier gibt es insgesamt
nur 14 Disziplinen – und Ski Alpin belegt schon insgesamt vier Stück.
Dann gibt es noch Skispringen, Eisschnelllauf, Snowboard, Bob, Rodeln
etc. Doch wo ist Biathlon, Langlauf und nordische Kombination? Während
diese noch in „Torino 2006“ enthalten waren, fehlen sie nun gänzlich.
Hinzu kommt, dass es in jeder Disziplin nur vier Gegner gibt. Es wäre
spannender gewesen, insgesamt gegen 60 Skispringer antreten zu müssen.
Zum Vollpreis demotivierend.
Ein großer Lichtblick ist aber die
Grafik, denn diese ist wirklich gut und in manchen Disziplinen hat man
das Gefühl man stünde selber als Athlet auf der Piste. Zudem ist ein
motivierender Soundtrack enthalten und in einigen Disziplinen wird Musik
eingespielt, wie in den richtigen Arenen. Zum Beispiel ist beim
Skispringen direkt nach dem Aufkommen ein Titel zu hören. Der Gewinner
wird mit seiner Nationalhymne auf dem Siegespodium bedacht. Auch eine
sehr nette Geste der Entwickler, doch leider sind die Hymnen gekürzt –
wenn es nicht die Englische ist. Würde es jetzt mal klappen, bei einem
etwas zu schwer geratenen Schwierigkeitsgrad eine Goldmedaille zu
feiern, käme die richtige Olympiastimmung auf. Der zweite und dritte
Platz sind dafür relativ leicht zu ergattern – aber ist ja auch klar bei
4 Athleten!
Genauere Informationen könnt ihr dem
Audio-Beitrag entnehmen.
Simons Meinung:
Ein insgesamt nettes Spiel – doch kann man es auch als nett bezeichnen, wenn man es sich zum Vollpreis kauft. Hier würde ich zu „Nein“ tendieren, denn 14 Disziplinen sind schnell gespielt und auch der Herausforderungsmodus ist schnell abgeschlossen. Wenn man nicht Xbox-Live besitzt, muss man auf das Mitspielen der Freunde hoffen, um wenigstens noch ein wenig motiviert zu werden. Das ist sehr schade so, denn technisch kann man über das Spiel wirklich nicht meckern – und wirklich nur wegen der Technik und dem wirklich helfendem Tutorial entgeht das Spiel einer 50er-Wertung.
"Wieder einmal verdirbt die fehlende Langzeitmotivation den Spaß!"