Die Ultimate Fighting Championship (UFC) gewinnt mit jedem Tag neue Fans und auch vor der Gamergemeinde wir kein Halt gemacht. Kann das UFC Undisputed Franchise mit dem zweiten Teil auf dem Erfolg des Vorgängers aufbauen, oder stagniert die Serie bereits jetzt?
Schon der Vorgänger war bekannt für sein eher simulationslastiges Gameplay, was in manchen Situationen doch eher in die Buttonsmasher-Schiene abrutschte. Diesesmal war die Zielsetzung klar: "100% MMA-Simulation!", und das spürt man. Im Vergleich zum Vorgänger sind die Kämpfe nun noch strategischer und realistischer. Die Gegner passen sich schnell dem Kampfstil des Spielers an und versuchen ihrerseits dem Spieler ihren Kampfstil aufzuzwingen. Schwächen des jeweiligen Kämpfers werden gnadenlos ausgenuzt und Stärken vermieden. Gerade im Karrieremodus fällt dies extrem positiv auf. Das Gametracking, das die Spielweise des Spielers interaktiv verfolgt, funktioniert hier einwandfrei. Ob durch Komentare der orginal UFC-US-Kommentatoren Mike Goldberg und Joe Rogan oder die Verhaltensweise der K.I., alles fühlt sich richtig gut an.

Der Karrieremodus, der in Undisputed 2009 noch recht trocken daher kam, wurde durch kleine Cutscenes aufgefrischt. Zu Anfang erstellt man einen Kämpfer im sehr umfangreichen, allerdings ab und zu etwas unübersichtlichen Editor und beginnt eine Karriere als Amateur kämpfer. Vor dem ersten Kampf lernt man dann auch direkt seinen Trainer kennen, der einen in der Umkleidekabine auf den ersten Kampf vorbereitet. Im Späteren verlauf beschränkt sich die Kommunikation zwischen dem Spieler und dem Trainer größtenteils auf E-Mails. Zwischen den Kämpfen läuft die Karriere ähnlich wie im Vorgänger ab. Das Hauptgeschehen spielt sich im Kalender ab, indem man für jede Woche eine Aktion wählen kann. Sei es das Training eines der Attribute Kraft, Geschwindigkeit und Kondition oder Sparring, indem man Punkte sammelt, die mann dann eben auf die Vielzahl von Kampffähigkeiten wie Schlag (Angriff/Verteidigung), Tritt (Angriff/Verteidigung), Takedown (Angriff/Verteidigung),Clinch Shläge (Angriff/Verteidigung),Clinch Griffe (Angriff/Verteidigung), Griffe am Boden (Angriff/Verteidigung), Schläge am Boden (Angriff/Verteidigung) und Submissions (Angriff/Verteidigung) verteilen kann. Allerdings gibt es hier immernoch einige kleine Lücken. Zwar ist es realistisch wenn Attribute oder Fertigkeiten mit der Zeit abnehmen wenn diese nicht trainiert werden, jedoch gibt es gerade bei den vielen Kampffähigkeiten nur Drei Stufen, auf denen die jeweils vergebenen Punkte einrasten. Gerade am Anfang kann dies zu viel Frust führen, wenn man im Karriere Editor Punket vergibt, und dann erst einmal die drei Grund Attribute trainiert und dann plötzlich feststellen muss, dass die vergebenen Punkte fast vollständig verschwunden sind. Anfangs kann man das noch einigermaßen ausgleichen, da jeder Fertigkeitspunkt = 1 verdienter Sparringspunkt ist. Später jedoch werden immer mehr Punkte benötigt um eine Fertigkeit um einen Punkt zu verbessern (ab Level 30 3 Punkte, Level 50 5 Punkte und Level 70 7 Punkte). Zwar erhält man durch Verbesserungen der Sparringspartner auch mehr Punkte im Sparring, doch läuft es oft daraus hinaus, dass man ersteinmal die Punkte in mehreren Sparringssessions sammelt um dann direkt auf die einrastenden Stufen 30, 50 und 70 zu leven. Auf allen anderen Stufen kann man im Sparring nämlich auch Abzüge einkassieren, was dann wiederum zu Punktverlusten führt. Im Gegenzug bekommt man jedoch keine Verbesserungen. Frust Pur! Hat man sich allerdings einmal eingewöhnt klappt es dann allerdings gut und der Frust hält sich dann auch in Grenzen.
Eine großartige Verbesserung ist allerdings das Training in anderen Trainingscamps. Dort erlernt der erstellte Kämpfer nähmlich eine Vielzahl an neuen Moves, indem er verschiedene Aufgaben meistert. Diese Aufgaben variieren von einfachem Pratzentraining (Der Trainer Trägt Kissen auf den Händen die es mit 2er Combos zu treffen gilt um Punkte zu sammeln) bis hin zu verschiedenen Sparringsvarianten mit echten Sparringsgegnern. Spielern ist es ebenfalls möglich ein Xbox-Live-Camp zu gründen, mit dem dann eben gegen Freunde trainiert werden kann oder gegen andere Camps Kämpfe veranstaltet werden können. Auf diese Weise ist es möglich, genau den Kämpfer zu erstellen, den man haben will. keine Vorgegebenen Stile mehr - richtiges Mixed Martial Arts eben! Und als wäre das nicht schon genug, gibt es nun auch die Möglichkeit nach einer gewissen Anzahl an erfolgreichen Titelverteidigungen eine Gewichtsklasse aufzusteigen um sich einer neuen Herausforderung zu stellen.
Die Atmosphäre wird auch durch die neu eingeführten Interviews nach Kämpfen geprägt. Hier hat der Spieler, wie aus den Fernsehübertragungen bekannt, die Möglichkeit seinen Senf zum Kampf abzugeben, sofern er siegreich war. Die Antwortmöglickieten beschränken sich allerdings auf sehr Allgemeine Möglichkeiten wie z.Bsp. "Respekt", "Mit den Fans Reden" oder "Verachtung" worauf der Kämpfer dann mit Zufälligen und sich recht schnell wiederholenden 0-8-15 Sprüchen Antwortet. Jedoch fehlen immernoch jegliche Einmärsche was der Stimmung doch ein Paar Abzüge einbringt.
Neben der gelungenen Karriere gibt es noch ein Paar Unterhaltsame Spielmodi in denen man wie schon in Undisputed 2009 legendäre Kämpfe nachspielen kann oder auch einfach nur schnell einen Shaukampf abhalten kann. Neu sind der Turniermodus indem man sein eigenes Turnier erstellen kann, der Eventmodus, mit dem man eigens erstellte oder Vergangene orginal UFC Shows (die es auch zum Kostenlosen Download innerhalb des Spiels gibt) spielen kann und den Titel, bzw. den Titelverteidigungs Modus, in denen man entweder eben mit einem beliebigen der über 100 Lizensierten UFC Kämpfer den UFC-Weltmeisterschaftstitel in bis zu 12 Kämmpfen erringen oder verteidigen kann. Schließt man die Modi ab erhält man wiederum Punkte für den Extras-Shop in dem man dann neue Kleidung etc. für seine erstellten Kämpfer freischalten kann.
Natürlich darf auch diesmal der online Multiplayer nicht fehlen. Hier könnt ihr euch entweder allein oder mit eurem Xbox-Live Camp zusammen anderen Spielern in online Kämpfen stellen. Leider war es mir wärend unseres Tests nicht möglich ein Spiel zu finden, welches mehr als eine mittelmäßige Verbindungsualität hatte. Das daraus folgende Lag führt innerhalb des Spiels unweigerlich zu einem nervigen Ruckeln, was bei solch einer Art von Spiel fast schon tödlich für den Spielspaß ist. Aber wer sich dennoch mit seinen Freunden messen will, auch wenn diese nicht UFC besitzen oder die Verbindung einfach miserabel ist, kann diese ja auch zu einem direkten Kampf Mann gegen Mann, Auge in Auge an einer Konsole im Schaukampfmodus herausfordern.