Pure Football
Lesermeinung:  
SchwachPerfekt 
Xbox360 - Xbox360 Reviews

Simon Winzer für GameFeature.de
 
Pure Football – ein Fußballspiel mit Leidenschaft – zumindest dem Namen nach zu urteilen. Seit Ende Mai ist der als Fun-Action-Soccer herausgegebene Titel auf dem Markt. Ob er Fifa Street ähnelt – und wenn ja, ihm Konkurrenz machen kann, so steht uns ein wunderbarer Titel ins Haus. Doch die Betonung liegt auf „kann“!

Rein äußerlich kann der Titel  EA's „Giganten“  gerecht werden. Der Titel kostet unter 30€ und auf dem Cover ist Lukas Podolski zu sehen, ein Zeichen dafür, dass an Lizenzen wahrscheinlich nicht gespart wurde. Dies zeigt sich auch nach Einlegen der Disc, denn in den Startbildschirmen sieht man die Logos der verschiedene Fußballverbände der Welt, unter anderem auch das des DFBs.

Auch das Titelmenü macht einen guten Eindruck. Zwar gibt es „nur“ Auswahl zwischen einem freien Spiel, einem Online-Modus und der Karriere, für ca. 30€ braucht man aber auch nicht mehr erwarten und der Titel wird damit den Anforderungen des Umfangs schonmal gerecht. Was einem hinter einem Online-Modus und einem freien Spiel erwartet, sollte jedem klar sein, doch kann der Karriere-Modus überzeugen?


Doch bevor ihr in die Karriere hineingeworfen werdet, könnt ihr erstmal ein kleines Tutorial absolvieren. Dieses zeigt einem fast alle Möglichkeiten, die das Spiel auf dem Platz aufbietet. So habt bereits einen kleinen Überblick darüber, was ihr tun könnt und geht nicht ganz ahnungslos in das erste Spiel. In der Karriere angekommen, müsst ihr euch euren Charakter, der später den Kapitän der Mannschaft stellt, gestalten. Hier habt ihr zahlreiche Möglichkeiten ihn von Kopf bis Fuß zu kreieren und ihm einen Namen zu geben. Anschließend dürft ihr euch einen Namen für euer Team aussuchen, sowie Heim- und Auswärtstrikots festlegen und das Logo auswählen.
 

Die Story ist einfach gehalten. Ihr habt 28 Tage Zeit, um euch unter die besten acht Clubs der Welt zu mischen. Doch hierfür müsst ihr gegen andere Team antreten. Dies passiert in mehreren Städten und mehreren Modi. So schaltet ihr nach eine gewissen Anzahl erfüllter Missionen die jeweils nächste europäische Stadt frei, in der ihr antreten könnt. Häufig sind es Missionen à la „Schieße zuerst zwei Tore“, „Gewinne das K.O-Turnier“ etc. Nach erfolgreichem Abschluss einer Mission steigt ihr im Rang auf, erhaltet Talentpunkte und könnt euch gewonnene Spieler transferieren, um stärker zu werden. Für die Spieler müsst ihr bestimmte Aufträge innerhalb eines Matches erfüllen, zum Beispiel durch gewinnen einer Anzahl an Zweikämpfen oder dem Aufrechterhalten einer Passstatistik.

Doch auch wenn sich bislang alles ganz gut anhört, enttäuscht das Spiel auf dem Platz, was einen dicken Abzug in der Wertung bedeutet.
Den Anfang mache ich bei der Steuerung. Seid ihr im Ballbesitz, seht ihr neben dem angewählten Spieler mehrere Pfeile. Diese zeigen euch die Positionen der anderen Spieler an und wie optimal seine Position ist. Dies führt schnell zur Unübersichtlichkeit und so misslingen ab und an schonmal Pässe, da ihr zu einem Spieler passen wollt, der ungedeckt ist. Außerdem ist die Steuerung in der Defensive eher schlecht als recht, denn so dauert es teilweise gefühlte Stunden, den Spieler anzuwählen, den man steuern möchte. Da die Intelligenz der nicht gesteuerten Teamkameraden gleich Null ist, passiert es in dieser Zeit häufig, dass der Stürmer der Gegner durch ist. Da die Torhüter Fliegenfänger sind, sind diese Bälle häufig drin.
Aber auch das Schuss-, Flanken- und Eckballsystem ist keine Wonne. So kommt es hier ähnlich wie bei Mario Strikers Charged auf eure Geschicklichkeit an. Schafft ihr es, den Pfeil in einem weißen Bereich zu stoppen, schießt ihr besonders scharfe Schüsse auf das Tor bzw. spielt besonders präzise Flanken. Dies ist häufig ziemlich nerven, denn ist die Anzeige im grünen Bereich, ist der Schuss zwar noch gut, wird aber häufig gehalten und im roten Bereich geht er daneben, sodass sich ein Torreigen zum Teil hinzieht.
 
 
Freistöße gibt es zwar keine, aber trefft ihr den Gegenspieler mit einer Grätsche, lädt sich eure Foulanzeige auf. Ist diese voll, gibt es einen Elfmeter für den Gegner. Dies führt oft zu einer Menge Frust, da es diese z.T. schon bei zwei Grätschen gibt. Relativ häufig spielt man zwar den Ball, was eigentlich kein Foul ist oder eines der computergesteuerten Mitspieler grätscht ohne Sinn in den Gegenspieler, dennoch gibt es einen Strafstoß, der zu 90% verwandelt wird. Hier ist Ärger vorprogrammiert.
Des Weiteren ist der Schwierigkeitsgrad sehr unrealistisch. So ist Pure Football am Anfang total schwer und man hat das Gefühl, keine Schnitte gegen den Gegner zu haben. Nach ein wenig Einspielzeit und der richtigen Taktik, schlägt man zum Teil viel stärkere Gegner zweistellig, sodass es dann auch keinen Spaß mehr macht. Auf dem Platz läuft also eine Menge schief.


Technisch ist das Spiel souverän. Die Bolzplätze sind schön und ihrer Umgebung angepasst. In München sieht man die Alpen und in London das Glashaus. Leider vermisse ich Zuschauereffekte und Zurufe, damit sich ein Stadion-Feeling breit macht. Dafür machen sich die Spieler auf dem Platz aber gegenseitig Zurufe.