Lego Harry Potter - die Jahre 1-4
Lesermeinung:  
SchwachPerfekt 
Xbox360 - Xbox360 Reviews

Simon Winzer für GameFeature.de
 
Zum Zeitpunkt des Audiotests ist dem Redakteur eine wesentliche Falschaussage unterlaufen. Wir möchten hier eine Berichtigung vornehmen. Es gibt zu dem Spiel einen Online Modus. Der Co-op-Multiplayer-Modus kann per Xbox LIVE ausgeführt werden.
 
Eine „Lego-Versoftung“ für die Konsolen ist mittlerweile so in wie das Veröffentlichen von weiteren Titeln des Mario-Franchises. Grund genug, nach „Lego Star Wars“, "Lego Batman" und nach „Lego Indiana Jones“ nun auch einen weiteren Titel herauszubringen. Mit der Portierung des bekanntesten Zauberlehrlings der Welt, keiner geringeren Person als Harry Potter, ist nun ein weiterer Stein in der Geschichte der Legospiel-Historie gelegt. Grund genug, sich den Titel einmal anzuschauen.

Lego Harry Potter Trailer 2 (01:34min)
Lego Harry Potter Trailer   (01:27min)

Die Story geht so los, wie ihr es bereits aus den Filmen kennt. Der Direktor der Hogwarts-Universität und der Riese Hagrid setzen ein Baby mit einer Narbe, die wie ein Blitz aussieht, vor die Tür des ihm noch einzig verbliebenen Verwandten. Dort macht er die Hölle durch, bis mittenmal ein Brief aus Hogwarts erreicht, der ihn berechtigt, die wohl bekannteste, aber auch fiktiveste Zauberschule weltweit zu besuchen. Doch seine „Familie“ ist dagegen und so fährt diese auf eine verlassene Insel, um vom Zauberfluch befreit zu werden. Doch weit gefehlt, Hagrid kommt und zaubert ein wenig, kurze Zeit später findet man sich in der Winkelgasse wieder, der Straße, in der man den ganzen Zauberei-Zubehör bekommt. Doch auch wenn die Story des Spiels im gesamten Spielverlauf komplett gezeigt wird, sind leider nur die gewöhnlichen „Hmpff“-Laute der Plastikfiguren zu hören, sodass man sich zum Teil nur vorstellen kann, was gerade storytechnisch passiert und gerade Personen, die zum ersten Mal mit Harry Potter in Kontakt kommen, unter Umständen ahnungslos bleiben oder nicht wissen, warum sie gerade etwas tun.
 

Aber nicht nur szenarisch, sondern auch spielerisch ähnelt das Spiel, wie der Titel bereits vermuten lässt, den ersten vier Jahren des Zauberers in Schriftform. So lernt ihr z.B. Zauber wie „lengavio leviosa“ oder dürft Zaubertränke zubereiten, die euch stärker machen. Auch den Zauberumhang gibt es, mit dem ihr z.B. unbeobachtet in die euch vorerst verbotene Stadt gelangen könnt. Doch auch die Gegner sind der Film und der Buchvorlage ziemlich ähnlich. So dürft ihr z.B. das Schachspiel nachspielen oder in der Kammer des Schreckens das böse, drachenartige Vieh zum Tanz bitten. Doch auch „kleinere“ Gegner sind vorhanden. So kommt es bereits ziemlich früh im Spiel zum Kampf gegen das blaue Monster auf der Damentoilette, auf der die Freundin Hermine sich versteckt.
 

Hogwarts ist eine große Schule mit sehr vielen verschiedenen Räumen und geheimen Gängen. Überall in der Universität liegen silberne, goldene und blaue Münzen, welche einen verschiedenen Wert haben. Diese könnt ihr einsammeln, um euch z.B. später in der Winkelgasse Gegenstände und Freischaltbares leisten zu können. Verliert ihr einmal ein Leben, geht ein kleiner Wert verloren, dafür dürft ihr an der Stelle weitermachen, wo ihr zuvor aufgehört habt. Doch leider nervt dieses System gewaltig, denn viele Münzen erhaltet ihr nur, wenn ihr den Gegenstandszauber an den verschiedenen Objekten anwendet. Dadurch kann es passieren, dass ihr in einem Raum, den ihr eigentlich schnell passieren könntet, zwanzig Minuten oder mehr durchsuchen müsst. Die lange Storyline, die Lust auf mehr macht, wird somit künstlich in die Länge gezogen, sodass wir nicht mehr ein langes, aber sehr interessante Spiel haben, sondern einen sehr langen Titel, dafür aber in Teilen langweilig. Sicher, die Münzen sind keine Verpflichtung, dennoch muss man sie, wenn man das Spiel wirklich zu 100% durchspielen möchte, einsammeln.
Darüber hinweg tröstet aber der Schulunterricht, wo ein guter Zauberer nicht fehlen darf. Hier lernt ihr es, Tränke zuzubereiten oder bekommt neue Zauber beigebracht, die ihr nach erfolgreicher Anwendung auch außerhalb des Unterrichtsraumes verwenden könnt. Die Steuerung funktioniert hierbei unkompliziert, denn wenn man die Y-Taste gedrückt hält, kann man sich an einem Zauberrad den gewünschten Zauber auswählen und mit der B-Taste aktivieren.
 

Technisch ist das Spiel eine Pracht. Da ich vorher noch keinen Lego-Teil gespielt hatte, dachte ich vorher, die Figuren seien ziemlich statisch und somit käme kein Spielfluss hinein. Dem ist komplett anders. Man sieht zwar, dass die Figuren und Gegenstände aus Lego-Bausteinen zusammengesetzt sind, die Charaktere lassen sich aber unkompliziert bewegen. Zudem verfügt das Spiel über eine gute Grafik und originaler Filmmusik. Hier macht das Spiel kaum, wenn sogar gar nichts, verkehrt.

Besonders gut gefiel mir aber der Kooperations-Modus, denn dank ihm können zwei Spieler gleichzeitig am Spielgeschehen teilnehmen, vorausgesetzt man besitzt zwei Kontroller. Hierdurch macht das Spiel nochmal den doppelten Spaß. Auch das total langweilige Münzen sammeln wird hierdurch nur noch langweilig.