Zum Zeitpunkt des Audiotests ist dem Redakteur eine wesentliche Falschaussage unterlaufen. Wir möchten hier eine Berichtigung vornehmen. Es gibt zu dem Spiel einen Online Modus. Der Co-op-Multiplayer-Modus kann per Xbox LIVE ausgeführt werden.
Eine „Lego-Versoftung“ für die Konsolen ist mittlerweile so in wie das
Veröffentlichen von weiteren Titeln des Mario-Franchises. Grund genug,
nach „Lego Star Wars“, "Lego Batman" und nach „Lego Indiana Jones“ nun
auch einen weiteren Titel herauszubringen. Mit der Portierung des
bekanntesten Zauberlehrlings der Welt, keiner geringeren Person als
Harry Potter, ist nun ein weiterer Stein in der Geschichte der
Legospiel-Historie gelegt. Grund genug, sich den Titel einmal
anzuschauen.
Lego Harry Potter Trailer 2
(01:34min)
Lego Harry Potter
Trailer
(01:27min)
Die Story geht so los, wie ihr es bereits aus den
Filmen kennt. Der Direktor der Hogwarts-Universität und der Riese Hagrid
setzen ein Baby mit einer Narbe, die wie ein Blitz aussieht, vor die
Tür des ihm noch einzig verbliebenen Verwandten. Dort macht er die Hölle
durch, bis mittenmal ein Brief aus Hogwarts erreicht, der ihn
berechtigt, die wohl bekannteste, aber auch fiktiveste Zauberschule
weltweit zu besuchen. Doch seine „Familie“ ist dagegen und so fährt
diese auf eine verlassene Insel, um vom Zauberfluch befreit zu werden.
Doch weit gefehlt, Hagrid kommt und zaubert ein wenig, kurze Zeit später
findet man sich in der Winkelgasse wieder, der Straße, in der man den
ganzen Zauberei-Zubehör bekommt. Doch auch wenn die Story des Spiels im
gesamten Spielverlauf komplett gezeigt wird, sind leider nur die
gewöhnlichen „Hmpff“-Laute der Plastikfiguren zu hören, sodass man sich
zum Teil nur vorstellen kann, was gerade storytechnisch passiert und
gerade Personen, die zum ersten Mal mit Harry Potter in Kontakt kommen,
unter Umständen ahnungslos bleiben oder nicht wissen, warum sie gerade
etwas tun.
Aber nicht nur szenarisch, sondern auch spielerisch
ähnelt das Spiel, wie der Titel bereits vermuten lässt, den ersten vier
Jahren des Zauberers in Schriftform. So lernt ihr z.B. Zauber wie
„lengavio leviosa“ oder dürft Zaubertränke zubereiten, die euch stärker
machen. Auch den Zauberumhang gibt es, mit dem ihr z.B. unbeobachtet in
die euch vorerst verbotene Stadt gelangen könnt. Doch auch die Gegner
sind der Film und der Buchvorlage ziemlich ähnlich. So dürft ihr z.B.
das Schachspiel nachspielen oder in der Kammer des Schreckens das böse,
drachenartige Vieh zum Tanz bitten. Doch auch „kleinere“ Gegner sind
vorhanden. So kommt es bereits ziemlich früh im Spiel zum Kampf gegen
das blaue Monster auf der Damentoilette, auf der die Freundin Hermine
sich versteckt.
Hogwarts ist eine große Schule mit sehr vielen
verschiedenen Räumen und geheimen Gängen. Überall in der Universität
liegen silberne, goldene und blaue Münzen, welche einen verschiedenen
Wert haben. Diese könnt ihr einsammeln, um euch z.B. später in der
Winkelgasse Gegenstände und Freischaltbares leisten zu können. Verliert
ihr einmal ein Leben, geht ein kleiner Wert verloren, dafür dürft ihr an
der Stelle weitermachen, wo ihr zuvor aufgehört habt. Doch leider nervt
dieses System gewaltig, denn viele Münzen erhaltet ihr nur, wenn ihr
den Gegenstandszauber an den verschiedenen Objekten anwendet. Dadurch
kann es passieren, dass ihr in einem Raum, den ihr eigentlich schnell
passieren könntet, zwanzig Minuten oder mehr durchsuchen müsst. Die
lange Storyline, die Lust auf mehr macht, wird somit künstlich in die
Länge gezogen, sodass wir nicht mehr ein langes, aber sehr interessante
Spiel haben, sondern einen sehr langen Titel, dafür aber in Teilen
langweilig. Sicher, die Münzen sind keine Verpflichtung, dennoch muss
man sie, wenn man das Spiel wirklich zu 100% durchspielen möchte,
einsammeln.
Darüber hinweg tröstet aber der Schulunterricht, wo ein
guter Zauberer nicht fehlen darf. Hier lernt ihr es, Tränke zuzubereiten
oder bekommt neue Zauber beigebracht, die ihr nach erfolgreicher
Anwendung auch außerhalb des Unterrichtsraumes verwenden könnt. Die
Steuerung funktioniert hierbei unkompliziert, denn wenn man die Y-Taste
gedrückt hält, kann man sich an einem Zauberrad den gewünschten Zauber
auswählen und mit der B-Taste aktivieren.
Technisch ist das Spiel
eine Pracht. Da ich vorher noch keinen Lego-Teil gespielt hatte, dachte
ich vorher, die Figuren seien ziemlich statisch und somit käme kein
Spielfluss hinein. Dem ist komplett anders. Man sieht zwar, dass die
Figuren und Gegenstände aus Lego-Bausteinen zusammengesetzt sind, die
Charaktere lassen sich aber unkompliziert bewegen. Zudem verfügt das
Spiel über eine gute Grafik und originaler Filmmusik. Hier macht das
Spiel kaum, wenn sogar gar nichts, verkehrt.
Besonders gut gefiel
mir aber der Kooperations-Modus, denn dank ihm können zwei Spieler
gleichzeitig am Spielgeschehen teilnehmen, vorausgesetzt man besitzt
zwei Kontroller. Hierdurch macht das Spiel nochmal den doppelten Spaß.
Auch das total langweilige Münzen sammeln wird hierdurch nur noch
langweilig.