Als erstes
fällt natürlich die neue Umgebung auf. MotorStorm: Arctic Edge ist ein
Offroad-Spektakel mit 12 neuen, unwirtlichen Rennstrecken im arktischen
Alaska. Von verschneiten und vereisten Strecken, bis hin zu
Bergbaugegenden ist in dem Spiel alles vertreten was der Bundesstaat
Alaska auch in Real zu bieten hat. Dabei hat man natürlich auch, wie
von den Vorgängern gewohnt, die Möglichkeit Abkürzungen und alternative
Routen zu nehmen. Auch das typische Fahrzeug-Repertoire ist wieder
vorhanden. Jedoch gibt es neben den gewohnten Offroadautos, Quads und
Motorrädern nun auch neue Fahrzeuge wie die Pistenraupe und das
Schneemobil. Natürlich haben alle Fahrzeuge unterschiedliche
Eigenschaften, und nicht jedes ist für jede Strecke perfekt geeignet.
Man kann diese Vehikel auch individuell verändern und mit
verschiedensten Farben, Lackierungen, Aufklebern und im weiteren
Verlauf auch mit anderen Fahrzeugteilen versehen. Mehr Tuning ist
allerdings nicht möglich. Es dient einzig zur optischen
Individualisierung.
Das Herzstück des Spiels ist der
Festival-Modus. In diesem müsst Ihr Euch von Strecke zu Strecke
beweisen und mit gewonnenen Punkten die kommenden Strecken
Freischalten. Dabei handelt es sich nicht nur um normale Rennen,
sondern es gibt auch Geschwindigkeitsrennen in denen man abgesteckte
Checkpoints in einer gewissen Zeit durchfahren muss und das
Zeitbombenrennen. In diesem erhält man für jede Sekunde Punkte für die
Rennposition, und der Fahrer der zuerst 999 Punkte gesammelt hat
gewinnt das Rennen. Leider ist gerade dieser Festival-Modus ziemlich
lieblos umgesetzt und wirkt nur wie eine Aneinanderreihung der
einzelnen Rennen. Jedoch schaltet man durch das kontinuierliche
fortschreiten in der Karriere nicht nur neue Strecken, sondern auch
weitere Fahrzeuge und andere Goodies frei. Natürlich kann man die
einzelnen Rennmodi auch als freies Spiel und die Strecken im Zeitrennen
trainieren.
Das es bei den Rennen hart zur Sache geht ist
natürlich auch auf Grund der gemischten Fahrzeuge zu erklären. Während
man in anderen Rennspielen immer in Klassen unterteilt ist, tritt man
hier z.B. mit dem Motorrad gegen Trucks und Schneemobile an. Das man
als Biker bei einer Berührung mit den Ungetümen den Kürzeren zieht ist
klar, dafür hat man den Vorteil der besseren Beschleunigung. Das ganze
ist aber sehr gut ausgewogen und egal mit welchem Fahrzeug man
unterwegs ist, man hat immer Chancen auf den Sieg. Vor allem wenn man
den Boost gekonnt einsetzt, und natürlich auch rechtzeitig vor einer
Überhitzung wieder ausschaltet. Hierbei kann man den Motor sogar kühlen
indem man durch Lacken oder tiefen Schnee fährt. Auch die Gegner-KI ist
gut gelungen. Die Kontrahenten fahren nicht einfach stur eine Linie
sondern variieren ihre Richtung und schneiden und kämpfen als ginge es
um ihr Leben um vor dem Spieler im Ziel zu sein. Ab und an stört bei
Zweikämpfen jedoch die etwas eigenartige Kollisionsabfrage den
Spielfluss.
Ein ebenso wichtiger Punkt im Gameplay ist die
Steuerung. Diese funktioniert sehr gut, egal ob man mit dem
Analogstick, oder den digitalen Steuerbuttons lenkt. In Punkto Grafik
hat man sich wirklich ins Zeug gelegt. Die Fahrzeuge werden schön und
für PSP-Standards sehr detailreich dargestellt. Vor allem wenn man mit
hohem Tempo einen Crash baut. Wie bei den PS3 Vorgängern, schaltet dann
auch hier die Kamera auf eine Crashcam um, um das ganze Ausmaß des
Unfalls zu zeigen. Als Fahrer man aber leider nur 2 Blickwinkel zur
Verfügung. Eine Rückansicht und eine Motorhaubenansicht. Ebenso wie die
Fahrzeuge ist auch die gesamt Umgebung sehr schön anzusehen und mit
liebevollen Details geschmückt. Dazu kommt eine wirklich gute
Weitsicht. Man hat trotz des kleinen Bildschirms nie das Gefühl nicht
mehr zu wissen wo es lang geht. Sehr gut gefallen hat mir der
Audioaspekt des Spiels gefallen. Die Motorengeräusche sind gut gelungen
und passen gut zum Spiel. Wirklich toll ist aber der Soundtrack.
Insgesamt gibt es 20 Lieder die im Hintergrund laufen. Und die Setlist
ist wirklich gut gelungen. Neben Bands wie The Prodigy, The Hives und
Queens of the Stone Age gibt es auch noch Motorhead, Radiohead und
andere wirkliche Spitzenbands zu hören. Man hat auch die Möglichkeit
eigene MP3s abzuspielen und so seine individuelle Setlist
zusammenzustellen. Das ist ein tolles Feature, welches ich mir öfter
bei Handheldspielen wünsche.
In Motorstorm: Arctic Edge hat man
auch die Möglichkeit mit seinen Freunden Multiplayermatches zu zocken.
Aber nicht wie oft nur im Ad-Hoc Modus, sonder auch via Internet. Diese
Möglichkeit besteht nicht nur, es funktioniert auch alles reibungslos
und schnell. Ob hosten, oder joinen, ganz egal. Es wird alles ziemlich
zügig umgesetzt und das Onlinevergnügen kann losgehen. Dazu meldet man
sich beim PSN an und es werden damit auch die Freundeslisten vom
PSN-Konto übernommen, neue Freunde können hinzugefügt, oder unhöfliche
Leute geblockt werden. Diese Art der Umsetzung sollte in Zukunft
wirklich zum Standard bei PSP-Spielen werden.
Motorstorm: Arctic
Edge bietet trotz einiger kleinerer Schwächen auf der PSP das, was man
von den PS3-Vorgängern gewohnt ist. Kompromisslose Action und schnelle
Rennen. Das man bei einer Handheldversion natürlich Abstriche machen
muss ist logisch. Das Ganze wurde von den BigBig Studios aber sehr gut
umgesetzt und das Spiel macht eine Menge Spaß. Fans der Reihe die eine
PSP besitzen werden von dem Spiel nicht enttäuscht werden. Fans von
realistischen Rennspielen sollten sich nicht durch fehlende
Tuningmöglichkeiten und arcadelastigen, schnellen Rennen abschrecken
lassen, sondern die abwechslungsreichen Strecken und Kämpfe um die
Spitzenposition genießen.