In Heroes over Europe, einem Kriegsflieger-Actiongame, spielt Ihr den
noch jungen Tom Forrester, der unbedingt für die Royal-Air-Force in den
Luftkrieg gegen Deutschland ziehen möchte. Da er US-Amerikaner ist,
dürfte er eigentlich nicht fliegen. Mit gefälschten kanadischen Pässen
schafft er es aber zu seinem Traum – er darf fliegen.
Seine
erste Mission muss Tom über Frankreich im Juni 1940 fliegen, wo
deutsche Bodentruppen Frankreich zu erobern versuchen. Eure Missionen
bestehen darin, deutsche Bomber und Jäger abzuschießen sowie auch
manchmal deutsche Bodentruppen beim Vordringen aufzuhalten. Zudem gibt
es einen „Zielschuss-Modus“, mit dem man mit Geschick Flugzeuge mit
einem Treffer beseitigen kann.
Im späteren Spielverlauf müsst ihr
auch London vor den deutschen Angriffen retten. Aber nicht nur das
Ausschalten der „Jerrys“ steht auf dem Programm, sondern so müsst ihr
auch nach Luftangriffen Patrouille fliegen oder ein Feuer daran
hindern, dass es sich weiter ausbreitet. Eure Aufgaben sind also recht
abwechslungs- und umfangreich.
Das schöne an dem Titel ist,
dass es Anfängern, aber auch Fortgeschrittenen jede Chance gibt und
sehr motiviert. So kann man sich entscheiden, welchen von drei
Schwierigkeitsgraden man spielen möchte. Zudem gibt es einen Arcade-
bzw. einen Pilotenmodus. Im Pilotenmodus ist das Flugzeug schwieriger
zu fliegen. Je leichter der Schwierigkeitsgrad, desto schwerer haben es
die Deutschen euch abzuschiessen und desto leichter habt ihr es bei den
Deutschen. Nach fast jeder Mission erhält man einen Jäger, den man –
solange es kein Deutscher ist – in den Missionen einsetzen kann. Zudem
versüßen Echtaufnahmen mit einem englischen Wochenschausprecher vor
fast jeder oder nach einer Mission den Spielspaß. Zudem kommen auf
jeden Fall kleine Story-Videos.
Auch von der Steuerung her lässt
das Spiel nicht zu wünschen übrigt. Man hat schnell den Bogen raus, wie
man das Flugzeug zu lenken und zu neigen hat und sollte nach fünf
Minuten keine Unfälle mehr bauen. Nur in der Navigation, wenn man einem
Flieger hitnerherjagt, kann es manchmal etwas dauern, bis man ihm auf
den Bildschirm entdeckt.Auch grafisch und musikalisch fühlt man
sich wie im Krieg. Brennende Flugzeuge und laute
Maschinengewehrgeräusche mit einem leicht, dramatisch klingendem Sound.
Außerdem verschönern zum Teil ironische Funksprüche zwischen den
Cockpits die dramatischen Kriegssituatuionen. Dadurch kann man mal
leicht die eine oder andere Stunde vergessen.
Kein
90er-Titel, aber dennoch ein wunderbares Spiel. Publisher Ubisoft
braucht sich für die Veröffentlichung keineswegs schämen, denn so
stelle ich mir Luftkrieg vor. Andererseits war ich aber auch geschockt,
als ein guter Freund Tom Forresters über London sein Leben ließ. Wer
das Spiel spielt, weiß, welche Hölle die Soldaten durchmachen mussten!
Und das nur wegen einem geistig gestörtem Mann, der sich Europa unter
den Nagel reißen wollte?