Wie (fast) jedes Jahr erschien auch 2009 wieder der 2010er-Ableger vom
Take2 gepublishten NHL 2K10 in den Ladenregalen. Während Wii und
PS3-Besitzer noch bis Ende Oktober warten müssen, hieß es auf der Xbox
bereits am 18. September „It's Hockey Time“. Ob es sinnvoll investierte
Hockey-Time ist, zeigt sich am Ende dieser Review.
Schaut man
sich das Menü an, so merkt man, dass es nur in der Menü-Steuerung im
Vergleich zum Jahr vorher größere, aber kompliziertere Unterschiede
gibt. Denn nun habt ihr eine Art Leinwand, durch die ihr euch
durchklicken müsst. Da war das damalige „Listen-Menü“ zwar einfacher,
dafür aber auch um einiges leichter zu bedienen.
Genauso sind neue
Modi Mangelware, was sich aber nicht als weiter dramatisch
herausstellt, denn zum Vorjahr wurde kein einziger Modus gestrichen. So
könnt ihr weiterhin Eishockey auf einem zugefrorenem See spielen oder
auf einer Mini-Eisbahn (2 vs. 2) Moves vor dem gegnerischem Goalie
trainieren. Zudem gibt es nun auch die Möglichkeit, einzelne Saisons-
und Playoffs, aber auch (wie im Vorjahr) einen Franchise-Modus zu
spielen, wo ihr direkt für mehrere Saisons ein Team betreut, das ihr
euch aussuchen dürft. Doch ob es Sinn macht, einen langjährigen Modus
zu spielen, stelle ich aufgrund eines schwerwiegenden Speicher-Bugs,
der nur wenige Stunden vor Redaktionsschluss auftrat, in Frage. Aber
dazu später mehr.
An Modi gibt es kaum Änderungen, aber wie
sieht das ganze auf dem Eis aus. Als erstes sei gesagt, dass das Spiel
vom Realismus her NHL 10 von EA weit überragt, denn so bietet das
Spiel, wie in den USA typisch zwei Hauptschiedsrichter sowie zwei
Linienrichtern, die sich sehr clever verhalten. Zudem gibt es die
Möglichkeit, die Spielschwierigkeit manuell einzustellen. Neben drei
bis vier vorgegebenen Schwierigkeitsgraden könnt ihr einstellen, wie
stark ihr seid und wie stark der Computer ist. So ist das Spiel auf dem
Eis für euch um einiges realistischer und wird zu einer wahren
Herausforderung. Zudem könnt ihr die Goalie-Stärke einstellen, sodass
ihr entweder zwei Fliegenfänger auf dem Feld habt – oder aber auch zwei
Spezies, sodass nicht jeder dritte Puck im Tor landet.
Auch in
Sachen Strafzeiten kann man über das Spiel prinzipiell nicht meckern,
denn so könnt ihr in den Optionen regulieren, welche Aktionen der
Schiedsrichter härter bestrafen soll und wie er insgesamt mit der
Penalty-Box umgeht, nur leider gibt der Schiedsrichter manchmal falsche
Strafen. Ja, die Strafen die gegen mich verhängt wurden, waren korrekt
– zugegeben! Doch wenn der Schiedsrichter beim „Boarding“ eine
„Interference“, „Roughing“ oder „Charging“ sieht, weiß ich auch nicht
mehr weiter, aber Hauptsache eine Strafe wird verhängt, wenn es denn
notwendig ist.
Auch in Sachen Faceoffs bzw. beim Bully gibt es
eine kleine Veränderung. Immer, wenn ihr den Puck erhaschen wollt,
obwohl der Referee ihn noch nicht abgeworfen hat, gibt es eine
Wiederholung – beim vierten Mal erhält der Spieler zwei Strafminuten
für Zeitverzögerung. Das gab es letztes Jahr zwar auch, aber man durfte
manchmal schon, bevor der Puck fiel die „A“-Taste drücken, also auch
hier eine Verbesserung. Zudem wurden einige Bugs, die es in der
Vorversion gab, ausgemerzt. So ertönt das Horn, das eine Pause
signalisiert, wirklich erst, wenn auf der Uhr 0,00 Sekunden stehen.
Damals ertönte das Horn bei genau 0,7 Sekunden. Gab es noch einen
unerlaubten Weitschuss, war das Horn schon zu hören, obwohl es noch
einen letzten Bully gab.
Nichts Neues, aber auch ein nettes
Gimmick ist die Möglichkeit, während den Pausen Zamboni zu fahren, auch
wenn es nach einer gewissen Zeit etwas langweilig wird. Ihr habt drei
Minuten Zeit, mit dieser Eismaschine das Eis zu reinigen, am Ende
erhaltet ihr eine Prozentauswertung mit einem kleinen Kommentar. Große Neuerungen auf dem Eis blieben leider aber aus!
Von
der Steuerung, vom Sound und von der Grafik her kann man ebenfalls
nicht meckern. Nun gibt es bei jeder Spielunterbrechung eine Musik.
Damals gab es diesen nur in wenigen Situationen. Neu beim Sound ist
auch eine Orgelmusik. In manchen Stadien wird häufiger auf der Orgel
gespielt, in anderen Arenen eher eine richtige Musik. Zudem gibt es
einen Stadionsprecher, der Stimmung machen will. So heizt er die Fans
mit Rufen an, die auch weiter ausgeübt werden, nachdem der Sprecher
verstummt. Die englischen Kommentatoren geben kluge aber auch lustige
Sprüche ab. Auch grafisch macht das Spiel kaum etwas falsch, nur man
kann anhand der Spielergesichter nur kaum erkennen, um welchen Spieler
es sich handelt – nächstes Jahr vielleicht!
Am Anfang des Tests
sprach ich einen Speicher-Bug an. Es kann schonmal vorkommen, dass ein
Spielstand beschädigt wird. Die Folge hiervon ist, dass man diesen
Spielstand überschreiben oder löschen muss. Dies kann bei einer
Wahrscheinlichkeit von ca. 3-5% bei jedem Spiel vorkommen. Nur komisch,
dass es in einem Jahr Xbox zwar erst zwei Mal passiert ist – aber zwei
Mal bei einem NHL-2K-Spiel. Einmal im Jahre 2009 kurz vor Beginn der
Playoffs (nach ca. 40 Saisonspielen), aber nun auch in der
2010er-Version nach rund 14 gespielten Spielen in der Saison. Das ist
für mich kein Zufall und wird dementsprechend abgewertet, denn wie
ärgerlicht ist es, wenn man sich im fünften Jahr befindet, sich ein
Traumteam aufgebaut hat und dann vom Neuen beginnen muss.
Zudem hat
NHL-2K nur Lizenzen für die NHL. Das heißt, dass in den
Nationalmannschaften nur die Spieler mit ihrem Namen erwähnt werden
dürfen, die in Nordamerika spielen. Alle anderen Spieler heißen zum
Beispiel „1. Verteidiger“, „2. Verteidiger“, „1. Angreifer“ etc. Mit
ist klar, dass der Entwickler eine dicke Strafe bekäme, würde er die
Namen nennen. Allerdings hätte man den Namen wie in
Pro-Evolution-Soccer verhunzen können. Das ist besser, als ständig
irgendwelche Positionsnamen zu lesen ohne zu wissen, wer es denn
letztendlich ist. Die Tatsache, dass nur Lizenzen für die NHL vorhanden
sind, wirkt sich in der Wertung nicht negativ aus, die Tatsache aber,
dass wie oben beschrieben keine Synonyme für diese Spieler gefunden
wurden, kostet dem Spiel etwas mehr als einen Prozentpunkt.
Insgesamt
kein schlechtes Spiel, das bedingt durch den Speicherbug nach meinem
Berechnungsschema 7%-Punkte abgezogen bekommt und somit nur um einen
Prozentpunkt besser ist als der „große“, aber auch viel teurerer Bruder
von EA. Erstmal ist das Spiel 30-40€ günstiger als NHL 10. Hinzu
kommt der Realismus und die gefixten Bugs. EA sollte mal in der Lage
sein, 4 Referees in das Spiel einzuprogrammieren oder mal auf dem Eis
für den Batzen Geld einiges verändern. Mir kommt es in einem Spiel
weniger auf die Kämpfe zwischen den Spielern an, sondern auf ein
spannendes Spiel. Und das ist bei NHL 2K durch die
Spielerstärkenregulierung gegeben, denn so habe ich wirklich knappe und
spannende Spiele gegen den CPU, die ich mal knapp verliere, aber auch
mal knapp gewinne. Bei EA ist mir der leichteteste Schwierigkeitsgrad
viel zu leicht, aber der schwierigere Modus viel zu schwer, sodass ich
entweder hoch gewinne oder hoch verliere und der Spaß nach wenigen
Stunden schwindet. Schade um den Speicherbug!