NHL2k10
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SchwachPerfekt 
Xbox360 - Xbox360 Reviews


Simon Winzer für GameFeature.de

Wie (fast) jedes Jahr erschien auch 2009 wieder der 2010er-Ableger vom Take2 gepublishten NHL 2K10 in den Ladenregalen. Während Wii und PS3-Besitzer noch bis Ende Oktober warten müssen, hieß es auf der Xbox bereits am 18. September „It's Hockey Time“. Ob es sinnvoll investierte Hockey-Time ist, zeigt sich am Ende dieser Review.

Schaut man sich das Menü an, so merkt man, dass es nur in der Menü-Steuerung im Vergleich zum Jahr vorher größere, aber kompliziertere Unterschiede gibt. Denn nun habt ihr eine Art Leinwand, durch die ihr euch durchklicken müsst. Da war das damalige „Listen-Menü“ zwar einfacher, dafür aber auch um einiges leichter zu bedienen.

Genauso sind neue Modi Mangelware, was sich aber nicht als weiter dramatisch herausstellt, denn zum Vorjahr wurde kein einziger Modus gestrichen. So könnt ihr weiterhin Eishockey auf einem zugefrorenem See spielen oder auf einer Mini-Eisbahn (2 vs. 2) Moves vor dem gegnerischem Goalie trainieren. Zudem gibt es nun auch die Möglichkeit, einzelne Saisons- und Playoffs, aber auch (wie im Vorjahr) einen Franchise-Modus zu spielen, wo ihr direkt für mehrere Saisons ein Team betreut, das ihr euch aussuchen dürft. Doch ob es Sinn macht, einen langjährigen Modus zu spielen, stelle ich aufgrund eines schwerwiegenden Speicher-Bugs, der nur wenige Stunden vor Redaktionsschluss auftrat, in Frage. Aber dazu später mehr.
 

An Modi gibt es kaum Änderungen, aber wie sieht das ganze auf dem Eis aus. Als erstes sei gesagt, dass das Spiel vom Realismus her NHL 10 von EA weit überragt, denn so bietet das Spiel, wie in den USA typisch zwei Hauptschiedsrichter sowie zwei Linienrichtern, die sich sehr clever verhalten. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Spielschwierigkeit manuell einzustellen. Neben drei bis vier vorgegebenen Schwierigkeitsgraden könnt ihr einstellen, wie stark ihr seid und wie stark der Computer ist. So ist das Spiel auf dem Eis für euch um einiges realistischer und wird zu einer wahren Herausforderung. Zudem könnt ihr die Goalie-Stärke einstellen, sodass ihr entweder zwei Fliegenfänger auf dem Feld habt – oder aber auch zwei Spezies, sodass nicht jeder dritte Puck im Tor landet.
Auch in Sachen Strafzeiten kann man über das Spiel prinzipiell nicht meckern, denn so könnt ihr in den Optionen regulieren, welche Aktionen der Schiedsrichter härter bestrafen soll und wie er insgesamt mit der Penalty-Box umgeht, nur leider gibt der Schiedsrichter manchmal falsche Strafen. Ja, die Strafen die gegen mich verhängt wurden, waren korrekt – zugegeben! Doch wenn der Schiedsrichter beim „Boarding“ eine „Interference“, „Roughing“ oder „Charging“ sieht, weiß ich auch nicht mehr weiter, aber Hauptsache eine Strafe wird verhängt, wenn es denn notwendig ist.
 
 

Auch in Sachen Faceoffs bzw. beim Bully gibt es eine kleine Veränderung. Immer, wenn ihr den Puck erhaschen wollt, obwohl der Referee ihn noch nicht abgeworfen hat, gibt es eine Wiederholung – beim vierten Mal erhält der Spieler zwei Strafminuten für Zeitverzögerung. Das gab es letztes Jahr zwar auch, aber man durfte manchmal schon, bevor der Puck fiel die „A“-Taste drücken, also auch hier eine Verbesserung. Zudem wurden einige Bugs, die es in der Vorversion gab, ausgemerzt. So ertönt das Horn, das eine Pause signalisiert, wirklich erst, wenn auf der Uhr 0,00 Sekunden stehen. Damals ertönte das Horn bei genau 0,7 Sekunden. Gab es noch einen unerlaubten Weitschuss, war das Horn schon zu hören, obwohl es noch einen letzten Bully gab.

Nichts Neues, aber auch ein nettes Gimmick ist die Möglichkeit, während den Pausen Zamboni zu fahren, auch wenn es nach einer gewissen Zeit etwas langweilig wird. Ihr habt drei Minuten Zeit, mit dieser Eismaschine das Eis zu reinigen, am Ende erhaltet ihr eine Prozentauswertung mit einem kleinen Kommentar. Große Neuerungen auf dem Eis blieben leider aber aus!

 Von der Steuerung, vom Sound und von der Grafik her kann man ebenfalls nicht meckern. Nun gibt es bei jeder Spielunterbrechung eine Musik. Damals gab es diesen nur in wenigen Situationen. Neu beim Sound ist auch eine Orgelmusik. In manchen Stadien wird häufiger auf der Orgel gespielt, in anderen Arenen eher eine richtige Musik. Zudem gibt es einen Stadionsprecher, der Stimmung machen will. So heizt er die Fans mit Rufen an, die auch weiter ausgeübt werden, nachdem der Sprecher verstummt. Die englischen Kommentatoren geben kluge aber auch lustige Sprüche ab. Auch grafisch macht das Spiel kaum etwas falsch, nur man kann anhand der Spielergesichter nur kaum erkennen, um welchen Spieler es sich handelt – nächstes Jahr vielleicht!

Am Anfang des Tests sprach ich einen Speicher-Bug an. Es kann schonmal vorkommen, dass ein Spielstand beschädigt wird. Die Folge hiervon ist, dass man diesen Spielstand überschreiben oder löschen muss. Dies kann bei einer Wahrscheinlichkeit von ca. 3-5% bei jedem Spiel vorkommen. Nur komisch, dass es in einem Jahr Xbox zwar erst zwei Mal passiert ist – aber zwei Mal bei einem NHL-2K-Spiel. Einmal im Jahre 2009 kurz vor Beginn der Playoffs (nach ca. 40 Saisonspielen), aber nun auch in der 2010er-Version nach rund 14 gespielten Spielen in der Saison. Das ist für mich kein Zufall und wird dementsprechend abgewertet, denn wie ärgerlicht ist es, wenn man sich im fünften Jahr befindet, sich ein Traumteam aufgebaut hat und dann vom Neuen beginnen muss.
Zudem hat NHL-2K nur Lizenzen für die NHL. Das heißt, dass in den Nationalmannschaften nur die Spieler mit ihrem Namen erwähnt werden dürfen, die in Nordamerika spielen. Alle anderen Spieler heißen zum Beispiel „1. Verteidiger“, „2. Verteidiger“, „1. Angreifer“ etc. Mit ist klar, dass der Entwickler eine dicke Strafe bekäme, würde er die Namen nennen. Allerdings hätte man den Namen wie in Pro-Evolution-Soccer verhunzen können. Das ist besser, als ständig irgendwelche Positionsnamen zu lesen ohne zu wissen, wer es denn letztendlich ist. Die Tatsache, dass nur Lizenzen für die NHL vorhanden sind, wirkt sich in der Wertung nicht negativ aus, die Tatsache aber, dass wie oben beschrieben keine Synonyme für diese Spieler gefunden wurden, kostet dem Spiel etwas mehr als einen Prozentpunkt.
 
 
Insgesamt kein schlechtes Spiel, das bedingt durch den Speicherbug nach meinem Berechnungsschema 7%-Punkte abgezogen bekommt und somit nur um einen Prozentpunkt besser ist als der „große“, aber auch viel teurerer Bruder von EA. Erstmal ist das Spiel 30-40€ günstiger als NHL 10. Hinzu kommt der Realismus und die gefixten Bugs. EA sollte mal in der Lage sein, 4 Referees in das Spiel einzuprogrammieren oder mal auf dem Eis für den Batzen Geld einiges verändern. Mir kommt es in einem Spiel weniger auf die Kämpfe zwischen den Spielern an, sondern auf ein spannendes Spiel. Und das ist bei NHL 2K durch die Spielerstärkenregulierung gegeben, denn so habe ich wirklich knappe und spannende Spiele gegen den CPU, die ich mal knapp verliere, aber auch mal knapp gewinne. Bei EA ist mir der leichteteste Schwierigkeitsgrad viel zu leicht, aber der schwierigere Modus viel zu schwer, sodass ich entweder hoch gewinne oder hoch verliere und der Spaß nach wenigen Stunden schwindet. Schade um den Speicherbug!