Schon ist das Jahr 2009 fast zu Ende, so erscheint auch schon wieder eine neue Ausgabe der Basketball-Simulation „NBA Live“ von Electronic Arts. Während die NBA-Teile EA's in den letzten Jahren ein wenig unter den Erwartungen der Fans blieben, trumpfte die 2K-Reihe immer weiter auf. Kann EA in der 10er-Version das halten, was auf der Verpackung versprochen wird?
Auf den ersten Anschein sehen die Modi, die das Spiel zu bieten hat, ziemlich dürftig aus. So gibt es in den Spielmodi lediglich den bereits bekannten Dynasty-Modus, die Playoffs sowie die FIBA Weltmeisterschaft. Wirklich neu hingegen ist lediglich der „DNS-Modus“. Mit ihm kann der Dynasty-Modus sehr realistisch gehalten werden, denn nun werden aktuelle Transfers, Verletzungen oder auch die Stimmungslage im echten Stadion ins Spiel übertragen, doch zur Stimmungslage später mehr.
Neu sind auch die Playoffs, so muss man nun nicht mehr eine komplette Saison spielen, um in die Finals zu kommen, sondern kann direkt durchstarten. Im Dynasty-Modus gibt es nun Trainingslager, in denen man mit netten Minispielen seine Spieler verbessern kann. Wie bereits beschrieben sieht es aber im Vergleich zu FIFA und zu NHL ziemlich arm aus, sprich der erste Anschein trügt nicht.
Auf dem Parkett ist das Spiel aber ein wahrer Schmaus. So sieht das Spiel realistisch aus und ähnelt einer TV-Übertragung. Doch nicht nur das. Auch gibt es neue, gut anwendbare Moves, die auch von der Steuerung her einfach umzusetzen ist. So gibt es nun eine verbesserte Defense, aber auch eine verbesserte Offense. So kann man durch geschicktem Einsatz mit dem rechten Control-Stick den abwehrenden Spieler verladen und erhält Freiwürfe oder Einstöße, wenn der Abwehrspieler einen berührt. Das finde ich sehr schön umgesetzt und realistisch.
Besonders gut gefallen mir sogenannte Dunks. Rennt man auf den Korb zu und drückt „RT“ und „X“, so ist der Ball mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% drin und der Spieler hängt am Korb. Auch mit Würfen von Downtown (3er) kann man es versuchen. Nur hier beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges wie in Wirklichkeit um die 30%. Leider gehen viel zu viele Würfe nicht in den Korb und bleiben am Pfosten hängen – auch Würfe vom Nahen. Nun ist man gezwungen, den Ball zu rebounden, da sonst der Gegner einen Angriff starten kann. Das ist etwas Schade. Doch für Anfänger ist das Spiel einfach optimal. So gibt es nun auch die Möglichkeit, in den Einstellungen den Schwierigkeitsgrad etwas zu regulieren und man hat nicht nur die vier voreingestellten Schwierigkeitsgrade. Aber auch der Pro-Modus (der etwas schwierigere) ist nicht zu schwer, sodass sich Anfänger im leichtesten Modus einspielen können und sie dann später in engeren Partien verwickelt sind.
Besonders gut gefällt mir die Halle, denn die ist ein wahrer Hexenkessel. Heimfans wedeln mit Schalen und feuern ihr Team an, wenn es knapp ist. Doch wenn der Gegner mal einen Wurf vergibt, dann herrscht echte Freude. Zudem gibt es drei Einstellungsmöglichkeiten (im freien Spiel), wie sich die Fans verhalten. Einmal den normalen Ligamodus (feuern an, aber sind normal), die Playoffs (sind sehr heiß) oder die Finalserie (Stimmung ist nicht zu schlagen). Im Dynasty-Modus passt sich die Stimmung der momentanen Saison an – sehr nett EA. Nur Schade finde ich es, dass wenn man einen Pokal gewinnt, nicht die Übergabe der Trophäe gezeigt wird, wie es in NHL sehr schön gelöst ist, doch das ist nur ein kleiner Schwachpunkt – ein Kleiner von nur sehr Wenigen.
Grafisch ist das Spiel ein wahrer Augenschmaus, meiner Ansicht nach noch besser als Fifa 10. So erkennt man jeden Starspieler und an den Körben kann man sehen, wie viel Zeit im Viertel verbleibt – und ganz wichtig – die Shootclock. Lediglich die Fans, die schon mit Schals wedeln und mitfeiern, hätte man noch etwas besser gestalten können. Auch vom Sound her kann man dem Spiel keinen Vorwurf machen. Kluge Kommentatoren, die alle Statistiken der Spieler kennen und immer einen Spruch ablassen können, der auch wirklich zum Geschehen passt. Auch die Menümusik ist schön getroffen, denn so gibt es überwiegend Rapmusik, die gut in die Szene passt.
NBA braucht sich nicht verstecken – im Gegenteil – es soll sich sogar zeigen, denn es ist ein wahres Prachtexemplar, auch wenn man es nach vergangenen Jahren nicht mehr wahrhaben möchte. Die Anfängerfreundlichkeit für die, die noch nie Basketball gesehen oder gespielt haben, aber auch die Freundlichkeit für die, die sich besser mit dem Sport auskennen. Nächstes Jahr wieder ein paar Neuerungen auf dem Parkett und einen Be-A-Pro-Modus - und das Spiel ist ein 90er-Kandidat!