WWE Smackdown vs. Raw 2010
Lesermeinung:  
SchwachPerfekt 
Xbox360 - Xbox360 Reviews


Simon Winzer für GameFeature.de

Wieder ein WWE-Spiel für die Konsolen – wieder von THQ. Dabei heraus kam ein Spiel, das jedem Wrestling-Fan oder Kampfsport-Freund gefallen dürfte. Doch gibt es trotz dieser von mir aufgestellten These Kritikpunkte am Spiel? - Wir werden sehen!

Nach Einlegen der Disk und Laden des Menüs fühlte ich mich erschlagen. Erschlagen an der Vielfalt der vorhandenen Modi und Matchtyparten. Bereits im freien Spiel gibt es dreißig bis vierzig verschiedene Matchtypen, die man spielen kann. So kann man diverse Einzel-, Doppel-, Handicap-, Dreier- und Vierer-Matches in den unterschiedlichsten Arten des WWE-Sportes spielen. So könnt ihr Steel-, Table oder sonstige Partien spielen. Sehr gefreut hat mich ebenfalls die Rückkehr des Royal-Rumbles, eine Spielart, bei der 30 Wrestler nacheinander (maximal 6 Personen) in den Ring steigen und sich gegenseitig versuchen rauszuhauen. Hier gibt es neue Möglichkeiten und es ist nun leichter, im Rumble Angriffe, die einen über die Seile befördern sollen abzuwehren oder andere Spieler rauszuhauen. Derjenige, der zuletzt im Ring steht, gewinnt.


 
Genauso gibt es auch noch einen Championship-Modus aus Unforgiven, der komplett neu ist. Hier kommen über einen gewissen Zeitraum fünf Spieler in den Ring, alle fünf Minuten ein Neuer. Wer einen anderen besiegt, ist Champion, der Verlierer ist aber nicht raus. Wird der Champion von einer anderen Person besiegt, ist diese andere Person der Champion. Wer nach Ablauf einer festgesetzten Zeit Champion ist, gewinnt das Spiel.

Aber es gibt nicht nur freie Spielarten. So gibt es nun die Möglichkeit, einen eigenen Charakter zu erstellen. Nichts Neues, aber schaut man sich mal die Möglichkeiten an, die man mit dem erstellten Charakter hat, kommt man aus dem Staunen nicht raus. Man kann ihn bei „Road to Wrestlmania“ benutzen oder hundert andere Dinge mit ihm anfangen.



„Road to Wrestlmania“ wurde ebenfalls geändert. Aus ihm ist jetzt eine richtige Story geworden – angepasst an den ausgewählten Charakter. So könnt ihr nun Edge, Tipple H und einige andere zu Wrestlemania führen, jeden mit einer anderen Geschichte. Zudem ist es wie oben bereits beschrieben möglich, eine Story mit seinem eigenen Charakter zu starten. Doch einen kleinen Kritikpunkt habe ich. Auf dem leichtesten und dem normalen Schwierigkeitsgrad ist es die komplette Story über eigentlich kein Problem zu gewinnen – mal leichter, mal schwerer. Im letzten Kampf ist der Gegner aber fast unbesiegbar – auch auf leicht, obwohl man ihn vorher mit Leichtigkeit abgezogen hat. Das ist etwas Schade und wirkt somit unrealistischer – im Anbetracht auf die Menge, die der Modus zu bieten hat legt sich das aber nicht schwer ins Gewicht

Wie im letzten Jahr auch gibt es dann noch einen Karrieremodus, wo ihr euch in den verschiedensten Klassen den Titel holen müsst. Da hier kaum Neuerungen sind, gehe ich darauf aber nicht weiter ein.

Zudem gibt es nun sehr viele Möglichkeiten, in den Optionen herumzubasteln, um z.B. für seinen Charakter eigene Einlaufvideos zu kreeiren. Das geht durch Abspeichern von Highlights nach einem Kampf – zum Beispiel wenn ihr eurem Gegner das Gesicht blutig schlagt. Außerdem lässt sich der Einlauf eines Wrestlers bin ins letzte Detail hinein planen. Man hat z.B. zwanzig verschiedene Kamerasichtmöglichkeiten, Showeffekte und Musiken zu Auswahl. Ideal, um sich den perfekten Wrestler zu gestalten.



Ob es im Ring großartige Neuerungen gibt, lässt sich leider nicht sagen, da ich den Vorgänger aus Altersgründen nicht spielen durfte. Allerdings kann ich das Geschehen im Ring nicht oft genug loben. Sei es von der Steuerung, von den Moves, von den Rendern oder von der Atmosphäre. Einziger Punkt, den ich etwas zu kritisieren habe ist, dass man manchmal ohne Absicht den Referee angreift. Das ist beim ersten Mal zwar noch nicht unbedingt schlimmt. Beim zweiten und dritten Mal kann es aber schon zu einer D.Q. (Disqualifikation) kommen, was sich dann als ärgerlich herausstellt – vor allem wenn man den Kampf dominiert. Aber auch die Steuerung ist nicht von schlechten Eltern. Sie ist ein wenig klassisch, aber auch innovativ. So führt ihr bestimmte Aktionen mit dem rechten digitalen Steuerkreuz aus und Schläge, Tritte, Irish Wips, Konter etc. werden klassisch mit Buttons ausgeführt. Nach zehn bis dreißig Minuten sollte man sich an die Steuerung gewöhnt haben.



Zur Grafik brauche ich nicht viel sagen. Die Render bei den Einläufen mit den Einlaufvideos auf der Anzeigewand sind einfach klasse geworden, die Einlaufmusik ist die aus der wirklichen WWE inklusive den ganzen Lizenzen für RAW, Smackdown etc. Auch die Menümusik passt zur Wrestlingshow. Überwiegend Hard-Rock und Punk optimieren das Spiel und lassen dieses dadurch realistischer werden.

Ich weiß nicht was ich sagen soll – das Spiel verschlägt mit die Sprache. Wäre Wrestling ein Sport und keine Showveranstaltung, wäre es das Sportspiel des Jahres – so wird es für mich das Kampfspiel des Jahres. Ein Spiel, das begeistert und die Spieler nicht von der Konsole fortbewegen lässt.