Wieder ein WWE-Spiel für die Konsolen – wieder von THQ. Dabei heraus
kam ein Spiel, das jedem Wrestling-Fan oder Kampfsport-Freund gefallen
dürfte. Doch gibt es trotz dieser von mir aufgestellten These
Kritikpunkte am Spiel? - Wir werden sehen!
Nach Einlegen der
Disk und Laden des Menüs fühlte ich mich erschlagen. Erschlagen an der
Vielfalt der vorhandenen Modi und Matchtyparten. Bereits im freien
Spiel gibt es dreißig bis vierzig verschiedene Matchtypen, die man
spielen kann. So kann man diverse Einzel-, Doppel-, Handicap-, Dreier-
und Vierer-Matches in den unterschiedlichsten Arten des WWE-Sportes
spielen. So könnt ihr Steel-, Table oder sonstige Partien spielen. Sehr
gefreut hat mich ebenfalls die Rückkehr des Royal-Rumbles, eine
Spielart, bei der 30 Wrestler nacheinander (maximal 6 Personen) in den
Ring steigen und sich gegenseitig versuchen rauszuhauen. Hier gibt es
neue Möglichkeiten und es ist nun leichter, im Rumble Angriffe, die
einen über die Seile befördern sollen abzuwehren oder andere Spieler
rauszuhauen. Derjenige, der zuletzt im Ring steht, gewinnt.
Genauso
gibt es auch noch einen Championship-Modus aus Unforgiven, der komplett
neu ist. Hier kommen über einen gewissen Zeitraum fünf Spieler in den
Ring, alle fünf Minuten ein Neuer. Wer einen anderen besiegt, ist
Champion, der Verlierer ist aber nicht raus. Wird der Champion von
einer anderen Person besiegt, ist diese andere Person der Champion. Wer
nach Ablauf einer festgesetzten Zeit Champion ist, gewinnt das Spiel.
Aber
es gibt nicht nur freie Spielarten. So gibt es nun die Möglichkeit,
einen eigenen Charakter zu erstellen. Nichts Neues, aber schaut man
sich mal die Möglichkeiten an, die man mit dem erstellten Charakter
hat, kommt man aus dem Staunen nicht raus. Man kann ihn bei „Road to
Wrestlmania“ benutzen oder hundert andere Dinge mit ihm anfangen.
„Road
to Wrestlmania“ wurde ebenfalls geändert. Aus ihm ist jetzt eine
richtige Story geworden – angepasst an den ausgewählten Charakter. So
könnt ihr nun Edge, Tipple H und einige andere zu Wrestlemania führen,
jeden mit einer anderen Geschichte. Zudem ist es wie oben bereits
beschrieben möglich, eine Story mit seinem eigenen Charakter zu
starten. Doch einen kleinen Kritikpunkt habe ich. Auf dem leichtesten
und dem normalen Schwierigkeitsgrad ist es die komplette Story über
eigentlich kein Problem zu gewinnen – mal leichter, mal schwerer. Im
letzten Kampf ist der Gegner aber fast unbesiegbar – auch auf leicht,
obwohl man ihn vorher mit Leichtigkeit abgezogen hat. Das ist etwas
Schade und wirkt somit unrealistischer – im Anbetracht auf die Menge,
die der Modus zu bieten hat legt sich das aber nicht schwer ins Gewicht
Wie
im letzten Jahr auch gibt es dann noch einen Karrieremodus, wo ihr euch
in den verschiedensten Klassen den Titel holen müsst. Da hier kaum
Neuerungen sind, gehe ich darauf aber nicht weiter ein.
Zudem gibt
es nun sehr viele Möglichkeiten, in den Optionen herumzubasteln, um
z.B. für seinen Charakter eigene Einlaufvideos zu kreeiren. Das geht
durch Abspeichern von Highlights nach einem Kampf – zum Beispiel wenn
ihr eurem Gegner das Gesicht blutig schlagt. Außerdem lässt sich der
Einlauf eines Wrestlers bin ins letzte Detail hinein planen. Man hat
z.B. zwanzig verschiedene Kamerasichtmöglichkeiten, Showeffekte und
Musiken zu Auswahl. Ideal, um sich den perfekten Wrestler zu gestalten.
Ob
es im Ring großartige Neuerungen gibt, lässt sich leider nicht sagen,
da ich den Vorgänger aus Altersgründen nicht spielen durfte. Allerdings
kann ich das Geschehen im Ring nicht oft genug loben. Sei es von der
Steuerung, von den Moves, von den Rendern oder von der Atmosphäre.
Einziger Punkt, den ich etwas zu kritisieren habe ist, dass man
manchmal ohne Absicht den Referee angreift. Das ist beim ersten Mal
zwar noch nicht unbedingt schlimmt. Beim zweiten und dritten Mal kann
es aber schon zu einer D.Q. (Disqualifikation) kommen, was sich dann
als ärgerlich herausstellt – vor allem wenn man den Kampf dominiert.
Aber auch die Steuerung ist nicht von schlechten Eltern. Sie ist ein
wenig klassisch, aber auch innovativ. So führt ihr bestimmte Aktionen
mit dem rechten digitalen Steuerkreuz aus und Schläge, Tritte, Irish
Wips, Konter etc. werden klassisch mit Buttons ausgeführt. Nach zehn
bis dreißig Minuten sollte man sich an die Steuerung gewöhnt haben.
Zur
Grafik brauche ich nicht viel sagen. Die Render bei den Einläufen mit
den Einlaufvideos auf der Anzeigewand sind einfach klasse geworden, die
Einlaufmusik ist die aus der wirklichen WWE inklusive den ganzen
Lizenzen für RAW, Smackdown etc. Auch die Menümusik passt zur
Wrestlingshow. Überwiegend Hard-Rock und Punk optimieren das Spiel und
lassen dieses dadurch realistischer werden.
Ich
weiß nicht was ich sagen soll – das Spiel verschlägt mit die Sprache.
Wäre Wrestling ein Sport und keine Showveranstaltung, wäre es das
Sportspiel des Jahres – so wird es für mich das Kampfspiel des Jahres.
Ein Spiel, das begeistert und die Spieler nicht von der Konsole
fortbewegen lässt.