SAW
Lesermeinung:  
SchwachPerfekt 
Xbox360 - Xbox360 Reviews


Sebastian Mersch für GameFeature.de

Pünktlich zum Start von SAW VI im Kino veröffentlichte der Publisher Konami Saw für den PC und die Next Generation Konsolen. Dabei handelt es sich in erster Linie nicht um eine Filmversoftung. Vielmehr bedient sich das Game vieler Filmelemente und sorgt somit für ein neues Saw Abenteuer welches zwischen den ersten beiden Filmen stattfinden soll. Im Spiel steuert ihr David Tapp, einen Polizisten, der dem Sadisten Jigsaw unter den Nagel geraten ist. Es geht auch direkt spannend los, denn David hat eine umgekehrte Bärenfalle auf dem Kopf, die ihr schnellstmöglich abbekommen solltet, da sonst direkt beim ersten Hindernis Schluss ist. Bekommt ihr die Falle stattdessen rechtzeitig mit einigen Controllerbewegungen ab, geht der Kampf los – der Kampf ums Überleben. Denn Jigsaw wird euch durch eure Reise durch eine 100 Jahre alte und dunkle Irrenanstalt die Fehler eures Lebens vorhalten und euch symbolischen Rätseln unterziehen. So muss David, eine Sicherung aus einer Toilette mit Dealer-Spritzen eine Sicherung holen, um Bomben in einem Raum zu deaktivieren. Diese Aufgabe hat sich der Sadist ausgesucht, weil David damals nicht zimperlich mit Drogendealern umgegangen zu sein scheint. Das muss man loben, denn auch im Film selber legt es Jigsaw darauf an.
 

Bei Filmversoftungen spielen ja auch die Lizenzen eine wichtige Rolle. Diese hat Konami bekommen und gut umgesetzt, denn so trägt der Killer die Maske, die er auch in den Filmen trägt und auch die Soundstücke kommen einem bekannt vor, sodass sich ziemlich schnell SAW-Feeling breit macht. Auch die Originalstimme von Jigsaw ist dabei. Auch stehen die Fallen selber und die Rätsel im Mittelpunkt. Da ist es zum Teil mit schnellem Tastendrücken nicht getan, sondern ihr müsst auch Euch in den Räumen umsehen um die Rätselslösung zu erkennen. Oft habt ihr nur begrenzte Zeit (eine bis zwei Minuten), sodass der Druck auch das Spiel ein wenig stützt.


Doch leider ist das Spiel zu emotionslos. Während in den Filmen der Charakter gefragt würde, ob er eine Person retten wolle, die ihn vorher in den Dreck gezogen hat, ist im Spiel nichts derartiges zu finden. So heißt es rätseln, kämpfen, Puzzle lösen. Letztere wiederholen sich im Spielverlauf leider viel zu häufig, es gibt aber auch lustige Minispielchen, wo ihr Schweineleichen mit Ziegelsteinen abwerfen müsst, damit sie ein Fass mit Gedärmen füllen. Dabei merkt Ihr schon, dass das Game recht an der Grenze des guten Geschmacks wandelt und sicherlich nicht für jeden etwas ist. Ein gutes Zwischenspeicher-System sorgt dafür, dass Ihr Euch nicht lange an Orte aufhalten müßt und schnell an kritischen Momenten wieder Euch versuchen könnt. Ihr könnt zwar nicht selber speichern, aber in regelmäßig kurzen Abständen speichert das Spiel automatisch.

Das Kampfsystem wirkt aufgesetzt und ist Steuerungsmässig total mißlungen. Denn hier gibt es erstens kaum Manöver und zweitens ist es sehr träge. Aber auch diese Gegner stellen wie eigentlich das gesamte Spiel nicht als große Schwierigkeit da. Dies passiert mit den diversesten Items wie Skalpellen, Röhren und sonstigen, ekelerregenden Teilen. Zu den Kämpfen kommt es, weil ihr einen Schlüssel im Körper stecken habt, der euch selber nichts nützt, aber mit dem andere Gefangene die Irrenanstalt verlassen könnten. So müssen sie David töten, um lebend das Gebäude verlassen zu können.