Pünktlich zum Start von SAW VI im Kino veröffentlichte der Publisher
Konami Saw für den PC und die Next Generation Konsolen. Dabei handelt es sich in erster Linie nicht um eine Filmversoftung. Vielmehr bedient sich das Game vieler Filmelemente und sorgt somit für ein neues Saw Abenteuer welches zwischen den ersten beiden Filmen stattfinden soll. Im Spiel
steuert ihr David Tapp, einen Polizisten, der dem Sadisten Jigsaw unter
den Nagel geraten ist. Es geht auch direkt spannend los, denn David hat
eine umgekehrte Bärenfalle auf dem Kopf, die ihr schnellstmöglich
abbekommen solltet, da sonst direkt beim ersten Hindernis Schluss ist. Bekommt ihr die Falle stattdessen rechtzeitig mit einigen Controllerbewegungen ab, geht der Kampf los –
der Kampf ums Überleben. Denn Jigsaw wird euch durch eure
Reise durch eine 100 Jahre alte und dunkle Irrenanstalt die Fehler
eures Lebens vorhalten und euch symbolischen Rätseln unterziehen. So
muss David, eine Sicherung aus einer Toilette mit
Dealer-Spritzen eine Sicherung holen, um Bomben in einem Raum zu
deaktivieren. Diese Aufgabe hat sich der Sadist ausgesucht, weil David
damals nicht zimperlich mit Drogendealern umgegangen zu sein scheint.
Das muss man loben, denn auch im Film selber legt es Jigsaw darauf an.
Bei
Filmversoftungen spielen ja auch die Lizenzen eine wichtige Rolle.
Diese hat Konami bekommen und gut umgesetzt, denn so trägt der Killer
die Maske, die er auch in den Filmen trägt und auch die Soundstücke
kommen einem bekannt vor, sodass sich ziemlich schnell SAW-Feeling
breit macht. Auch die Originalstimme von Jigsaw ist dabei. Auch stehen die Fallen selber und die Rätsel im
Mittelpunkt. Da ist es zum Teil mit schnellem Tastendrücken nicht
getan, sondern ihr müsst auch Euch in den Räumen umsehen um die Rätselslösung zu erkennen. Oft habt ihr nur begrenzte Zeit (eine bis zwei Minuten), sodass der Druck auch das Spiel ein wenig stützt.
Doch leider ist das Spiel
zu emotionslos. Während in den Filmen der Charakter gefragt würde, ob
er eine Person retten wolle, die ihn vorher in den Dreck gezogen hat,
ist im Spiel nichts derartiges zu finden. So heißt es rätseln, kämpfen,
Puzzle lösen. Letztere wiederholen sich im Spielverlauf leider viel zu
häufig, es gibt aber auch lustige Minispielchen, wo ihr Schweineleichen
mit Ziegelsteinen abwerfen müsst, damit sie ein Fass mit Gedärmen
füllen. Dabei merkt Ihr schon, dass das Game recht an der Grenze des guten Geschmacks wandelt und sicherlich nicht für jeden etwas ist. Ein gutes Zwischenspeicher-System sorgt dafür, dass Ihr Euch nicht lange an Orte aufhalten müßt und schnell an kritischen Momenten wieder Euch versuchen könnt. Ihr
könnt zwar nicht selber speichern, aber in regelmäßig kurzen Abständen
speichert das Spiel automatisch.
Das Kampfsystem wirkt aufgesetzt und ist Steuerungsmässig total mißlungen. Denn hier gibt es erstens kaum Manöver und zweitens ist es sehr träge. Aber auch diese Gegner stellen wie eigentlich das gesamte Spiel nicht als große Schwierigkeit da. Dies passiert mit den
diversesten Items wie Skalpellen, Röhren und sonstigen, ekelerregenden
Teilen. Zu den Kämpfen kommt es, weil ihr einen Schlüssel im Körper
stecken habt, der euch selber nichts nützt, aber mit dem andere
Gefangene die Irrenanstalt verlassen könnten. So müssen sie David
töten, um lebend das Gebäude verlassen zu können.