Wolfenstein einer der bekanntesten 3D Shooter wurde von id Software und Raven Software wieder neu aufgelegt. Die
deutsche Fassung wurde selbstverständlich zensiert. So enthält sie
keinerlei Nazi Symbole, weniger Ragdoll Effekte und keine abtrennbaren
Gliedmaßen. Brutal ist es der Titel durchaus und hat somit die 18er Freigabe
durchaus verdient. Wir schlüpfen in die Rolle eines
amerikanischen Agents namens B.J. Blazkowicz, der die Wölfe, sprich den
eigentlichen Nazis, an geheimen Experimenten mit der sogenannten
"Schwarzen Sonne", einer geheimen mystischen Welt hindern will. Die
Macht der Kristalle findet man nur in einen Ort namens Isenstadt.
Die
Verbindung mit dieser mystischen Welt schafft man mit einen Thule
Medaillon, welches Blazkowicz schnell in seine Finger bekommt. Dieses
wesentliche Medaillon verhilft uns einen kleinen Vorteil. Denn
hierdurch schlüpfen wir in einer Schleierwelt, die die Grafikpracht in
grün darstellt. In der Hauptfunktion werden uns hier die Gegner besser
angezeigt und wesentliche Missionsziele werden in rot dargestellt,
sowie ermöglicht dieser Modus uns einige gekennzeichnete Mauern zu
durchschreiten.
Nach und nach wird unser Medaillon besser und wir
können kurzfristig die Zeit verlangsamen, einen Schutzschild aktivieren
oder gar unsere Waffendurschlagskraft erhöhen. Die Energie, die wir
hierzu benötigen ist schnell verflogen kann jedoch an vielen Stellen
immer wieder aufgeladen werden.
Neben den Schleierfähigkeiten
hat man natürlich auch Waffen, neben zahlreichen Standard Waffen wie
Gewehr oder MG findet man aber auch besondere Waffen, wie Plasmawerfer,
Teslerkanone, Antigravitationsgewehr und natürlich auch einen
Flammenwerfer. Alle Waffen dürfen getragen und auch bei
Schwarzmarkthändlern gegen Geld, welches man in den Missionen und in
der Stadt findet aufgewertet werden. Nett wie wir finden jedoch bietet
jede Waffe nur je einen Feuermodus.
Die Missionen laufen recht
linear ab sind jedoch sehr abwechslungsreich gestaltet. So befindet man
sich mal in einer Ausgrabungsstätte, mal auf einen Bauernhof, mal in
einem Zeppelin oder natürlich auch im bekannten Wolfenstein Schloss.
Nach bestehenden Missionen und vorher müssen wir uns in verschiedenen
Stadteilen von Isenstadt durchschlagen. Hier wirkt das Spiel freier und
bietet etwas mehr Freiraum auch andere Wege zu gehen. Diese offene
Spielwelt ist jedoch sehr mühsam, da man sich immer wieder vor und nach
der Mission sich auf den gleichen Wegen sich durchkämpfen muß. Jedoch
ist hier zumindest bei dem Gegneraufkommen Abwechslung vorhanden.
Leider ist die Orientierung mit der Wegkennzechnung, wie man es von
einem Call of Duty z.B. kennt nicht so optimal bei einer offenen
Spielwelt, dadurch verläuft man sich ab und zu schon mal.
Die Soundeffekte sind sehr gut gelungen, ebenfalls wurden gute deutsche Synchronstimmen verpflichtet die glaubhaft Ihre Rolle spielen. Musikalisch kann man nicht meckern. Orchestrale Begleitmusik, die sich jedoch für meinen Geschmack sich etwas zu oft wiederholt aber dennoch sehr gelungen.
Grafisch
zeigt sich Wolfenstein ganz ordentlich mit der Doom 3 bzw. Quake 4
Engine! Besonders die Animationen wirken allesamt sehr geschmeidig und
dank Ragdoll Effekten hat das Spiel auch seinen Reiz. Auch die
Anforderungen für den heimischen PC sind durchaus angenehm und so rennt
das Spiel auch auf keine High-End Systeme.
Die Gegner KI hätte
besser ausfallen können, jedoch ist das auch kein großer Minus Punkt.
Die deutschen gehen schnell in Deckung und unsere Team KI hält auch gut
dagegen. Fehler in der Wegroutine unserer Kameraden konnten wir nicht
feststellen. Es gibt auch einige Bossgegner, die natürlich mit etwas
List bezwungen werden wollen. Außerdem kommen im späteren Spielverlauf
weitere Gegnertypen hinzu, die das ständige abschießen es ein wenig
erschweren. Flinke akrobatische Nahkämpferinnen, unsichtbare ninjas,
schwergepanzerte Einheiten und mystische Beschwörer, die ebenfalls
Schleierfähigkeiten besitzen sind nur einige Gegnertypen. Dennoch wird
die Schwierigkeit meißt durch die Anzahl der Gegner erhöht.
Der
getrennte Multiplayer Modus bietet einen soliden jedoch nicht
herausragenden Eindruck. Endweder tummelt man sich im Team-Deathmatch
auf insgesamt 8 Karten herum oder man nutzt den Aufgabenmodus. Hier muß
ein Team Ziele erfüllen während das andere das Team aufhalten muß. Die
Ziele reichen von Brücken bauen, Türen sprengen bis zum
Dokumentendiebstahl
Alles in allem zeigt sich Wolfenstein als
guten soliden Shooter, zwar können wir uns nur mühsam mit dem Helden
identifizieren jedoch ist man schnell im Shootergeschehen mittendrin
und fiebert mit. Dank den guten Animationen und der geballten Ladung
Action wirkt die etwas plumpe Hintergrundstory sich nur gering negativ
aus. Die offene Spielwelt der Stadt hat Ihre Vorzüge genauso wie Ihre
Fehler. Im Solo Modus sollte man gute 10 Stunden investieren, wer den
Schleiermodus oft nutzt kann diese Zeit natürlich auch schnell
unterbieten, da es hierdurch einfacher ist, jedoch auch wesentlich
hässlicher durch die grüne Sichtweise.
Trotz der
leider geschnittenen deutschen Fassung macht das Spiel eine Menge Spaß.
Man muss dieses Spiel akzeptieren als das was es sein soll: ein
reinrassiger Egoshooter mit okkultem Thema und netten Spielereien durch
das Medaillon. Trotz nicht mehr ganz zeitgemäßer Grafik kommt eine gute
Stimmung auf. Die ca. 9-10 Stunden Spielzeit sind außerdem schon fast
das Doppelte was man sonst von Shootern heutzutage bekommt. Shooterfans
die auf Realismus verzichten, und über die Schnitte (Symbolik,
fehlendes Body Dismemberment) hinwegsehen können werden sicher ihren
Spaß haben. Probespielen sollte man diesen Titel allemal, auch wenn er
nicht an seinen direkten Vorgänger rankommt.