Mit Left 4 Dead 2 geht Entwickler Valve bereits einem Jahr nach
dem ersten Teil mit der Fortsetzung an den Start. Nach der Ankündigung
im Sommer waren die Fans sehr brüskiert und bezeichneten das Spiel
schon vor dem Release als Abzocke bzw. als Add-On zum Vollpreis. Doch
stimmt das? Immerhin bietet Left 4 Dead 2 einen komplett neuen
Spielmodus, den sogenannten Scavange-Modus, in dem ihr in der Rolle der
Überlebenden Benzinkanister finden und zu einem Auto bringen müsst, um
Punkte zu ergattern. Übernehmt ihr jedoch die Zombies, ist es eure
Aufgabe, dass natürlich zu verhindern. Am Ende der Runde werden die
Seiten gewechselt und am Ende hat das Team mit der höchsten Punktzahl
natürlich gewonnen.
Außerdem neu sind neben neuen Scheißprügeln - die deutsche Version enthält übrigens exklusiv fünf Waffen aus Counter Strike,
vermutlich als Entschädigung für die Zensierungen - auch Nahkampfwaffen
neu ins Spiel dazu gekommen. Gitarre, Axt, Bratpfanne, Schwert und auch
eine Kettensäge sind mit von der Partie. Eine weitere, wenn aber
auch eher kleine Neuerung ist der Realismus-Modus, in dem sämtliche
Hilfsanzeigen abgeschaltet sind und die Gegner noch mehr Kugeln
vertragen.
Und natürlich gibt es auch neue Boss-Zombies. Der Charger
ist quasi ein ähnlich starker Bursche wie der Tank - und daher auch der
"langweiligste" neue Untote, der Splitter spuckt ätzende Säure auf den
Boden und der Jockey setzt sich auf einen Spieler drauf und versucht,
diesen in die Gegnerhorden zu lenken. Am grundlegenden
Spielprinzip hat sich hingegen nichts getan: In fünf Kampagnen kämpft
ihr euch zu viert kooperativ durch die Reihen an Untoten, im
Versus-Modus übernehmen vier weitere Spieler die Rollen der
Boss-Zombies und im Survival-Modus geht es einfach darum, so lange wie
nur möglich zu überleben.
Ich halte Left 4 Dead 2 für
einen an sich sehr gelungenen Ko-Op-Shooter. Eigentlich ist es sogar
der Beste, den man derzeit kaufen kann. Die Kampagnen sind fantastisch
designt, der Scavange-Modus ist kurzweilig und extrem spaßig und die
neuen Waffen und Boss-Zombies erweitern das Spiel sinnvoll. Allerdings
darf man natürlich nicht unterschlagen, dass das ganze sich eher auf
Add-On-Niveau befindet. Wirklich bahnbrechende Neuerungen gibt es
nicht, zumal die Nahkampf-Waffen ein Feature sind, bei dem man das
Gefühl hat, Valve hätte es schon im ersten Teil bringen können und sich
dann aber dazu entschieden hat, es für einen zweiten Teil aufzuheben,
der sicherlich kommen würde, was ja nun auch geschehen ist. Besitzer
des Vorgängers müssen also selbst wissen, ob sie ein Vollpreis-Add-On
kaufen wollen, oder es belassen und als Abzocke abtun. Alle anderen,
die gerne kooperativ spielen, müssen jedoch zugreifen.
Denn Left 4 Dead 2
macht eigentlich fast alles richtig und ist definitiv ein Top-Titel und
auch besser als sein Vorgänger. Solospieler werden jedoch nicht viel zu
tun haben und die Kampagnen schnell durchgespielt haben. Dafür ist die
Bot-KI jedoch sehr gut gelungen. Und man darf nicht vergessen, dass der
Titel eben ein Multiplayer-Shooter ist und auch nicht mehr sein will.
Eine Bitte hätte ich jedoch an Valve: Baut für euer nächstes Spiel
bitte eine neue Grafik-Engine. Left 4 Dead 2 ist zwar nicht
hässlich, aber die Scource-Engine ist mittlerweile nunmal leicht
veraltet. Immerhin läuft das Spiel somit, in gewohnter Valve-Tradition,
auch auf schwächeren Rechner flüssig.